EUR/USD: EZB lässt Leitzins unverändert

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Geldpolitik unverändert belassen. Somit bleibt auch der Leitzins auf dem seit November gültigen Rekordtief von 0,25 Prozent. Zuletzt hatten zwar einige wenige Ökonomen aufgrund der gegenwärtig niedrigen Inflation und der weiterhin sehr hohen Arbeitslosigkeit auf eine erneute Lockerung der Geldpolitik spekuliert. Die Mehrheit der Experten hatte aber bereits im Vorfeld erwartet, dass die Notenbank keine weiteren Schritte beschließen wird.

Mit Spannung wurde darauf gewartet, ob EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz weitere geldpolitische Lockerungen in Aussicht stellen wird. Dies war nicht der Fall. Zwar betonte Draghi erneut, dass man alle vorhandenen Instrumente prüfen würde und entschlossen sei zu handeln, falls notwendig. Auch bleibe es dabei, dass der Leitzins noch einen langen Zeitraum niedrig sein wird. Anderseits bezeichnete der Notenbank-Vorsitzende aber die Inflationsrisiken als „weitgehend ausgewogen“. Dass die Inflation zuletzt auf 0,7 Prozent gefallen ist und somit deutlich unter dem Zielwert von knapp unter 2,0 Prozent liegt, führt er hauptsächlich auf die Entwicklung bei Nahrungsmitteln und Energie zurück. Dies erfordere zwar die Aufmerksamkeit der Notenbank. Im Moment gebe es aber keine Preisrückgänge auf breiter Basis, welche dann ein Handeln erforderlich gemacht hätten. Genauere Notenbank-Projektionen zur weiteren Entwicklung wird die EZB nach der kommenden Ratssitzung am 6. März vorstellen.

Konjunkturell würden die jüngsten Informationen eine moderate Erholung bestätigen. Dabei wären allerdings immer noch große Abwärtsrisiken vorhanden. Ein Beispiel dafür seien die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten vieler Schwellenländer. Auch diese könnten zu schwächeren Exporten führen und somit die Eurozone belasten. Die Krise dieser Volkswirtschaften sei jedoch außerhalb des Einflussbereichs der EZB.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD hatte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ausgehend von 1,2753 deutlich bis zu einem Hoch bei 1,3892 am 27. Dezember aufgewertet. Seitdem dreht die Gemeinschaftswährung aber wieder nach unten und war Anfang Februar bis 1,3475 gefallen. Das Sitzungsergebnis der EZB hat am heutigen Donnerstag zwar zu einer Erholung bis über 1,36 geführt (Stand Donnerstag, 6.2.2014, ca. 17:00 Uhr). Trotzdem bleibt das Chartbild angeschlagen. Erst oberhalb von 1,37 könnte anschließend auch wieder von einem Test der Hochs oberhalb von 1,38 und der bei ungefähr 1,3857 liegenden sehr langfristigen Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) ausgegangen werden. Im Moment ist das Risiko einer erneuten Abwertung aber noch hoch. Dreht die Gemeinschaftswährung nun wieder nach unten, müsste spätestens unter 1,35 von einer Fortsetzung der seit Anfang des Jahres zu sehenden Abwärts-Tendenz ausgegangen werden. Wichtig ist dann die Unterstützung bei 1,34 und der derzeit ungefähr bei 1,3383 liegenden 200-Tageslinie. Sollte der Euro nachhaltig unter diesen Bereich fallen, würde dies für einen anschließenden Test der aktuell bei ungefähr 1,3186 liegenden langfristigen Aufwärtstrendlinie (ausgehend von Juli 2012) sprechen.

Tageschart EUR/USD (Stand Donnerstag, 6.2.14, ca. 17:00 Uhr):
EURUSD

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