EUR/USD: Eurozonen-Einkaufsmanagerindex steigt weiter

Teilen!

Der Einkaufsmanagerindex für den Industriebereich der Eurozone ist im Januar mit 54,0 Punkten auf den höchsten Wert seit Mai 2011 gestiegen. Im Dezember wurden zuvor 52,7 Punkte ermittelt. Dies teilte der Londoner Dienstleister Markit am Montag mit. Der Index lag damit leicht über der Vorabschätzung und hält sich seit Juli 2013 oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Es handelte sich zudem bereits um den vierten Anstieg in Folge.

Das höchste Wachstum wies Deutschland mit einem 32-Monatshoch von 56,5 Punkten aus. Besonders positiv ist aber, dass sich auch in Frankreich mit einem 4-Monatshoch von 49,3 Punkten (gegenüber 47,0 Punkten im Dezember) die Lage stabilisiert und alle anderen Länder im Wachstumsbereich liegen. Sogar Griechenland schaffte es erstmals seit August 2009 wieder über die Schwelle von 50 Punkten und stieg auf ein 65-Monatshoch von 51,2 Punkten. In Spanien stieg der Index auf ein 45-Monatshoch von 52,2 Punkten. Italien musste zwar gegen über Dezember einen leichten Rückgang verzeichnen, bleibt aber mit 53,1 Punkten weiterhin solide in der Wachstumszone.

Laut Markit führen die Umfrageteilnehmer das derzeitige Wachstum auf eine Stabilisierung der Binnenmärkte wie auch auf eine Besserung der globalen Wirtschaft und die damit verbundenen Exportzuwächse zurück. Selbst in Frankreich und Griechenland hätten die Exportgeschäfte wieder angezogen, wodurch erstmals seit Mai 2011 alle erfassten Länder einen Anstieg der Auslandsnachfrage verzeichnen könnten. Insgesamt würde der Index aufgrund der solide Zuwächsen bei Produktion, Exportbestellungen und Gesamtaufträgen, welche sich allesamt mit den größten Steigerungsraten seit April 2011 erhöhten, einen Quartalsanstieg der Produktionsleistung um mindestens 1,0 Prozent signalisieren. Deutschland als Spitzenreiter könne sogar auf drei Prozent kommen. Auch in Frankreich hätten die Exportgeschäfte wieder zugelegt und es gebe immer mehr Anzeichen für eine allmähliche Stabilisierung. Allerdings würde die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone weiterhin eine Belastung für den Euroraum darstellen.

Positive Signale gab es auch vom Arbeitsmarkt. In Deutschland belief sich die Einstellungsrate auf ein 2-Jahreshoch, in Italien auf ein 32-Monatshoch und in Irland immerhin auf ein 2-Monatshoch. Auch in Spanien und Österreich wurden insgesamt wieder mehr Stellen geschaffen, als abgebaut. In Frankreich und Griechenland bleibt das Saldo zwar negativ, aber auch dort ebbte die Entlassungswelle ab. Zu verdanken sei die Besserung einer gestiegenen Nachfrage und dem stärksten Anstieg der Auftragsbestände seit fast drei Jahren. Beides deute darauf hin, dass das Produktionsniveau der Unternehmen auch in den kommenden Monaten weiter steigen könnte.

Chris Williamson, Chef-Ökonom von Markit, sagte: „Die Erholung der Eurozone-Industrie hat im Januar deutlich an Dynamik gewonnen und die finalen Einkaufsmanagerindex-Werte für Deutschland, Frankreich und die gesamte Eurozone haben gegenüber ihren Vorabschätzungen zugelegt.“ Die wohl beste Neuigkeit sei aber, dass sich die Industriebelebung auch in den Peripherieländern fortgesetzt habe. „Sowohl Italien als auch Spanien verzeichneten einen robusten Anstieg bei Auftragseingängen und Produktionsleistung, und dass selbst Griechenlands Einkaufsmanagerindex erstmals seit August 2009 die 50-Punkte-Marke überschritten hat, lässt ersehen, dass auch die krisengeplagten Länder wieder auf Wachstumskurs sind. Williamson erwartet daher ein BIP-Wachstum der Eurozone von 0,4 bis 0,5 Prozent für das erste Quartal.

Beim Einkaufsmanagerindex handelt es sich um einen wichtigen monatlich ermittelten Konjunkturindikator, für welchen Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrie- und 2000 Dienstleistungs-Unternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD hatte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ausgehend von 1,2753 deutlich bis zu einem Hoch bei 1,3892 am 27. Dezember aufgewertet. Seitdem dreht die Gemeinschaftswährung aber wieder nach unten. Nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung bis 1,3739 wertete der Euro vor allem zum Ende der vergangenen Woche deutlich ab und liegt zum Wochenschluss erstmals seit November wieder unter 1,35. Auch am heutigen Montag sind bisher keine Anzeichen für eine Stabilisierung zu finden (Stand Montag, 3.2.2014, ca. 16:00 Uhr). Im Gegenteil fiel der Kurs zwischenzeitlich mit einem Tief bei 1,3475 sogar nochmals leicht unter das Freitags-Tief. Die charttechnische Situation hat sich deutlich eingetrübt. Die nächste wichtige Unterstützung findet sich nun bei 1,34 und der derzeit ungefähr bei 1,3377 liegenden 200-Tageslinie. Sollte der Euro nachhaltig unter diesen Bereich fallen, würde dies für einen anschließenden Test der aktuell bei ungefähr 1,3178 liegenden langfristigen Aufwärtstrendlinie (ausgehend von Juli 2012) sprechen. Aufhellen würde sich das Chartbild erst wieder oberhalb von 1,37. Nur in diesem Fall könnte anschließend auch von einem Test der Hochs oberhalb von 1,38 und der bei ungefähr 1,386 liegenden sehr langfristigen Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) ausgegangen werden.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 3.2.14, ca. 16:00 Uhr):
EURUSD

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Chartanalysen, EUR/USD, Europa, Finanznachrichten abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.