EUR/USD: Eurozonen-Einkaufsmanagerindex leicht rückläufig

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Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Eurozone war im Februar um 0,7 Punkte auf jetzt 53,2 Punkte leicht rückläufig. Im Januar lag der Index mit 54,0 Punkten noch auf dem höchsten Wert seit Mai 2011. Dies teilte der Londoner Dienstleister Markit am Montag mit. Trotzdem bleibt der Index damit bereits das achte Mal in Folge stabil über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und lag zudem 0,2 Punkte über der Vorabschätzung.

Von den in der Umfrage erfassten Ländern lag lediglich Frankreich mit 49,7 Punkten knapp unter der Wachstumsschwelle. Allerdings stellt auch dies ein 5-Monatshoch dar und fiel besser aus, als in der Vorabschätzung mit 48,5 Punkten prognostiziert. Alle anderen Länder lagen im Wachstumsbereich. Spitzenreiter sind die Niederlande mit 55,2 Punkten, gefolgt von Deutschland mit 54,8 Punkten, Österreich mit 53,0 Punkten und Irland mit 52,9 Punkten. Spanien erreichte mit 52,5 Punkten ein 46-Monatshoch und liegt auf dem fünften Platz, gefolgt von Italien mit einem leicht auf 52,3 Punkten rückläufigen Indikator.

Insgesamt nahmen in der Eurozone Produktion, Export- und Gesamtauftragseingänge den achten Monat in Folge zu. Lediglich in Frankreich habe sich der Auftragseingang verringert, teilte Markit mit. Dies allerdings nicht so stark, wie man in der Vorabschätzung angenommen hatte. Auch die Produktionsaussichten für die Eurozone-Industrie seien „erbaulich“. Die Auftragsbestände hätten zum fünften Mal hintereinander zugenommen, während sich die Fertigwarenlager leerten.

Die vermehrten Nachfrage und die erhöhten Polster würden dafür sorgen, dass sich der Beschäftigungsaufbau den zweiten Monat in Folge fortgesetzt habe. Allerdings bleibe die Einstellungsrate gering und fiel im Februar niedriger aus, als noch im Januar. Zwar wurde in Irland ein 4-Monatshoch, in Spanien und Österreich ein 6,5-Jahres- bzw. 11-Monatshoch erreicht. In Deutschland und Italien war die Einstellungsrate im Monatsverlauf jedoch geringfügig rückläufig. Auch in den Niederlanden seien unter dem Strich wieder mehr Menschen eingestellt als entlassen worden. Lediglich in Frankreich habe sich die Anzahl der Arbeitsplätze erneut verringert.

Chris Williamson, Chef-Ökonom von Markit, sagte: „Dass die Index-Entwicklung nach einem fünfmonatigen Aufwärtstrend einen Knick erfahren hat, ist eine gewisse Enttäuschung und vergegenwärtigt, dass die Erholung der Eurozone nach wie vor nur zögerlich verläuft. Dennoch sollte man nicht übersehen, dass die Region derzeit den zweithöchsten Wert seit annähernd drei Jahren verzeichnen konnte.“ Trotz des Rückgangs würde der Einkaufsmanagerindex immer noch ein robustes Produktionswachstum von 1,0 Prozent für das erste Quartal erwarten lassen. Damit würde die Industrie der Gesamtwirtschaft einen deutlichen Schub verleihen. Sofern die Erholung im März nicht nochmals an Dynamik verliert, erwartet Williamson daher einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal um 0,4 bis 0,5 Prozent. Angesichts der sich verbessernden Aussichten habe sich auch das Beschäftigungsniveau den zweiten Monat in Folge verbessert. Allerdings bleibe die Einstellungsrate weiterhin sehr niedrig, wodurch von der Industrie in der näheren Zukunft kein großer Beitrag erwartet werden könne, die „fast rekordverdächtige Arbeitslosenquote beträchtlich zu senken“.

Beim Einkaufsmanagerindex handelt es sich um einen wichtigen monatlich ermittelten Konjunkturindikator, für welchen Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrie- und 2000 Dienstleistungs-Unternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD hatte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ausgehend von 1,2753 deutlich bis zu einem Hoch bei 1,3892 am 27. Dezember aufgewertet. Anschließend drehte die Gemeinschaftswährung vorübergehend nach unten und war Anfang Februar bis 1,3475 gefallen. Seitdem ist eine langsame, aber kontinuierliche, Erholung zu beobachten. Am vergangenen Freitag stieg der Kurs in der Spitze bereits wieder bis 1,3824. Von dort korrigiert der Euro am heutigen Montag in der Spitze bis 1,3756 (Stand Montag, 3.3.2014, ca. 16:00 Uhr). Beachtet werden sollte, dass das Paar mit dem Freitags-Hoch fast exakt die sehr langfristige Abwärtstrendlinie (ausgehend vom Juli-Hoch 2008 bei 1,6039) berührt hatte. Nun ist es wichtig für Euro-Bullen, dass auch diese Trendlinie und anschließend das genannte Dezember-Hoch bei 1,3892 in der kommenden Zeit nachhaltig überschritten werden. Anschließend könnte sich die Aufwärtsbewegung beschleunigen und bis zu Zielen bei 1,42 und möglicherweise 1,46 führen. Die heutige Konsolidierung, selbst wenn sie sich noch etwas fortsetzen sollte, beeinträchtigt das bullishe Gesamtbild nicht. Erst unterhalb des Tiefs der vergangenen Woche bei 1,364 würde sich die Situation wieder eintrüben. In diesem Fall finden sich die nächsten Unterstützungen bei rund 1,34 und 1,3294. Darunter würde dann die aktuell bei ungefähr 1,324 liegende langfristige Aufwärtstrendlinie (ausgehend von Juli 2012) in den Fokus kommen.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 3.3.14, ca. 16:00 Uhr):
EURUSD

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