EUR/USD: Eurozonen-BIP leicht nach unten revidiert

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Die Wirtschaft der Eurozone war im zweiten Quartal stärker rückläufig, als bisher angenommen. Dies gab die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag bekannt. Laut der dritten und endgültigen Veröffentlichung zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sank die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent. Vorher war man von minus 0,5 Prozent ausgegangen. Für die Europäische Gemeinschaft insgesamt blieb es bei einem Minus von 0,2 Prozent. Im ersten Quartal hatte das Minus noch 1,2 Prozent in der Eurozone und 0,8 Prozent in der gesamten Europäischen Gemeinschaft betragen.

Im Vergleich zum Vorquartal konnte sowohl die Eurozone, als auch die ganze Europäische Gemeinschaft um 0,3 Prozent zulegen. Positiv wirkte sich vor allem der Export aus, welcher um 2,1 Prozent in der Eurozone und 2,0 Prozent in der EU steigen konnte. Im ersten Quartal war dieser noch um 0,9 Prozent bzw. 0,5 Prozent rückläufig gewesen. Aber auch die Importe stiegen um 1,6 Prozent bzw. 1,5 Prozent, nachdem diese im Vorquartal ebenfalls rückläufig gewesen waren. Gleichzeitig stiegen auch die privaten Konsumausgaben um 0,1 Prozent in der Eurozone und 0,2 Prozent in der EU. Der Beitrag der Bruttoanlageinvestitionen war neutral, während die Veränderung der Vorräte mit einem Minus von 0,2 Prozent in beiden Gebieten negativ blieb.

Den stärksten Anstieg des BIP im Vergleich zum Vorquartal konnte Portugal mit einem Plus von 1,1 Prozent erzielen. Danach folgen Deutschland, Litauen, Malta und Großbritannien, welche alle auf 0,7 Prozent gekommen sind. Zypern mit minus 1,8 Prozent, sowie Slowenien und Italien mit jeweils Minus 0,3 Prozent verzeichneten den größten Rückgang. Für Griechenland lagen keine Zahlen im Vergleich zum Vorquartal vor.

Obwohl Portugal im Vergleich zum ersten Quartal das höchste Wachstum erreichte, war die Wirtschaft im Vergleich zum 2. Quartal 2012 um 2,1 Prozent rückläufig. Noch stärker schrumpfte die Wirtschaft im Jahresvergleich in Zypern mit minus 5,7 Prozent, Griechenland mit minus 3,8 Prozent und Slowenien mit minus 2,2 Prozent. Das größte Wachstum wurde dagegen in Lettland mit einem Anstieg des BIP um 4,6 Prozent erzielt. Danach folgen Litauen mit 4,2 Prozent und Malta mit 1,6 Prozent. Das deutsche BIP stieg um 0,5 Prozent und das österreichische um 0,1 Prozent.

Experten erwarten, dass das BIP für die Eurozone im dritten Quartal um 0,1 Prozent steigen wird und sich das leichte Wachstum im vierten Quartal auf 0,3 Prozent beschleunigt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Ausgehend von Notierungen unter 1,28 befindet sich EUR/USD seit dem 10. Juli in einer Aufwärtsbewegung. Vor allem nachdem die amerikanische Notenbank Mitte September auf die allgemein erwartete Reduzierung ihrer Anleihenkäufe verzichtet hatte, ging es steil bis zunächst 1,357 nach oben, was bereits der höchste Stand seit Anfang Februar war. In der vergangenen Woche wurde am Donnerstag ein neues Hoch bei 1,3646 erreicht, womit sich EUR/USD weiter dem Jahreshoch aus Februar bei 1,371 annäherte. Nach einer anschließenden Konsolidierung bis 1,3535 am Freitag, kann sich der Euro am heutigen Dienstag zwar kurzfristig über 1,36 erholen, fällt anschließend aber wieder auf rund 1,357 zurück (Stand 8.10.2013, ca. 18:30 Uhr). Die Chartsituation ist weiterhin bullish zu bewerten. Nach einem Anstieg über das genannte Hoch der Vorwoche bei 1,3667 wäre der nächste wichtige Widerstand das Jahreshoch bei 1,371. Darüber würden dann Ziele bei rund 1,38 und längerfristig beim Hoch aus Oktober 2011 bei 1,4247 in Reichweite kommen. Der über weite Strecken orientierungslose seitwärts gerichtete Kursverlauf und die entsprechend fehlende Aufwärtsdynamik mahnen allerdings zur Vorsicht. Eintrüben würde sich die Situation bereits unter dem Tief der Vorwoche bei 1,3535. Dann müsste von einer weiteren Euro-Abwertung bis zunächst 1,35 oder 1,348 ausgegangen werden. Sollte EUR/USD im Anschluss auch unter die wichtige Unterstützung bei 1,346/1,345 abrutschen, wäre das Chartbild mittelfristig nur noch neutral und eine längere Seitwärtsbewegung könnte folgen. Wobei aber sogar erst unter 1,3228/1,3102 von einer erneuten Bewegung zum Jahrestief ausgegangen werden müsste.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 8.10.2013, ca. 18:30 Uhr):
EURUSD

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