EUR/USD: EU-Kommission erwartet Wachstum auf breiterer Basis

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Die Europäische Kommission erwartet, dass sich die Wirtschaft der Europäischen Union seit Überwindung der Rezession vor einem Jahr anhaltend erholen wird. In ihrer am Montag erschienenen Frühjahrsprognose wird für das aktuelle Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 1,6 Prozent im Euroraum und 1,2 Prozent in der gesamten Europäischen Gemeinschaft prognostiziert. Im nächsten Jahr soll das Wachstum dann auf 2,0 bzw. 1,7 Prozent ansteigen. Eingeschränkt wird die Prognose mit der Annahme, dass die vereinbarten Politikmaßnahmen auch umgesetzt und damit der notwendige Korrekturprozess vorangebracht würde.

Die Binnennachfrage wird dabei als „Haupttriebfeder des Wachstums“ gesehen. Da die Realeinkommen von der niedrigen Inflation und der Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt profitierten, dürften die Konsumausgaben mehr und mehr zum Wachstum beitragen. Aber auch die Erholung bei den Investitionen würde das Wachstum aufgrund von Zuwächsen bei der Ausrüstungs- als auch den Bauinvestitionen weiter stützen. Der Außenbeitrag würde dagegen abnehmen.

Seit 2013 habe auch eine Verbesserung am Arbeitsmarkt eingesetzt, wodurch die Arbeitslosigkeit auf 10,1 Prozent in der EU bzw. 11,4 Prozent im Euroraum im Laufe des Jahres 2015 sinken soll. Die Inflation bleibe allerdings deutlich unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent. Für das aktuelle Jahr wird ein Anstieg um 0,8 Prozent im Euroraum und 1,0 Prozent in der EU erwartet. Im kommenden Jahr soll die Inflation dann auf 1,2 bzw. 1,5 Prozent steigen. Gleichzeitig würden sich aber die Staatsdefizite weiter verringern. Im laufenden Jahr sollen diese sowohl im Euroraum als auch in der EU insgesamt nur noch 2,5 Prozent betragen. Trotzdem würde die Schuldenquote zunächst bei fast 90 Prozent in der EU und 96 Prozent im Euroraum verharren, bevor sie dann im nächsten Jahr ebenfalls zurückgeht.

Das größte Risiko für die Prognose sieht die Kommission darin, dass es zu einem erneuten Vertrauensverlust kommen könnte, falls der Reformprozess ins Stocken geraten sollte. Anderseits könnten weitere beherzte Strukturreformen aber auch bewirken, dass die wirtschaftliche Erholung über den Erwartungen liegt. Insgesamt sei der Verlauf des Aufschwungs mit früheren Perioden vergleichbar, in denen sich die Konjunktur langsam von einer schweren Finanzkrise erholt habe.

Kommissionsvizepräsident Siim Kallas sagte, dass die Erholung inzwischen „Tritt gefasst“ habe. Die Reformanstrengungen der Mitgliedsstaaten wie auch der EU selbst würden sich auszahlen. Die Defizite seien zurückgegangen, die Investitionen zögen an und auch am Arbeitsmarkt zeige sich eine Verbesserung, was besonders wichtig sei. Dieserstrukturelle Wandel erinnere an die tiefgreifenden Anpassungen, welche die mittel- undosteuropäischen Volkswirtschaften im Zusammenhang mit ihrem EU-Beitritt vor zehn Jahren in den 1990er und den Folgejahren unternommen haben. „Ihre Erfahrungenzeigen, wie wichtig es ist, Strukturreformen frühzeitig anzugehen und diesen Kurs dannungeachtet etwaiger Hindernisse unbeirrt zu halten. Wir dürfen deshalb nicht in unseren Anstrengungen nachlassen, mehr Arbeitsplätze für die Europäerinnen und Europäer zuschaffen und das Wachstumspotenzial zu stärken.“

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD befindet sich langfristig betrachtet bereits seit Juli 2012, ausgehend von 1,204, in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Am 13. März wurde ein Hoch bei 1,3966 erreicht, was der höchste Stand seit Oktober 2011 war. Danach korrigierte die Gemeinschaftswährung bis 1,3670, konnte sich aber Anfang April nochmals bis 1,3905 erholen. Seitdem ist das Paar sehr unentschlossen und zeigt kaum Bewegung. Zwar festigt sich der Euro nach einem erneuten Zwischentief bei 1,3782 am 22. April wieder und konnte in der vergangenen Woche in der Spitze bis 1,3889steigen.Nachhaltige Impulse sind dadurch aber bisher noch nicht entstanden und die weitere Entwicklung ist unklar. Auch am heutigen Montag bewegt sich das Paar bisher unentschlossen leicht unterhalb des genannten Hochs der vergangenen Woche (Stand Montag, 5.5.2014, ca. 17:00 Uhr). Entscheidend nach oben ist das genannte Hoch bei 1,3905. Bei einem Anstieg darüber würden wieder das Jahreshoch und möglicherweise auch Ziele bei 1,40 und 1,424 in Reichweite kommen. Anderseits würde sich die Situation bereits unter 1,3782/1,3777 merklich eintrüben. Sollte der Kurs anschließend auch unter 1,367/1,364 rutschen, könnte der Euro bis zur derzeit ungefähr bei 1,3604liegenden 200-Tageslinie und möglicherweise auch zur Unterstützung bei 1,3475 abwerten.

Möglicherweise wird erst das Sitzungsergebnis (bzw. die anschließende Pressekonferenz) der Europäischen Zentralbank am Donnerstag zu einem Richtungsentscheid führen.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 5.5.14, ca. 17:00 Uhr):
EURUSD

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