EUR/USD: Deutsches Konsumklima steigt deutlich

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Das von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) ermittelte deutsche Konsumklima ist im November überraschend deutlich von revidierten 7,1 auf jetzt 7,4 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit August 2007. Ökonomen hatten ein stagnierendes Konsumklima erwartet. „Die Verbraucherstimmung zeigt sich im November gegenüber dem Vormonat deutlich optimistischer“, teilte die GfK mit. Das Konsumklima lege somit noch einen kleinen Jahresendspurt hin. Die Aussichten auf eine beschleunigte Belebung der deutschen Konjunktur sowie die Leitzinssenkung der EZB würden der Konsumstimmung zusätzlichen Schwung verleihen. Die Gesellschaft sieht daher ihre frühere Prognose bestätigt, nach der die realen privaten Konsumausgaben im aktuellen Jahr um etwa ein Prozent zulegen werden, während für das Bruttoinlandsprodukt lediglich ein Anstieg um 0,5 Prozent prognostiziert wird. Die Verbraucher seien „die entscheidende Stütze der Konjunktur“ gewesen. Die zu erwartende gute Beschäftigungslage würde darüber hinaus dafür sorgen, dass dem Konsum auch im kommenden Jahr für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eine wichtige Rolle zukommt.

Im der Befragung sind sowohl die Konjunkturerwartung, als auch die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung gestiegen. Die Konjunkturerwartungen legten dabei zum dritten Mal in Folge zu und liegen mit jetzt 20,3 Zählern auf dem höchsten Wert seit über zwei Jahren. Mit einem Plus von neun Punkten war der Anstieg deutlicher, als in den beiden Vormonaten. Die Verbraucher würden offenbar davon ausgehen, dass die derzeit moderat aufwärtsgerichtete deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten mehr und mehr in Schwung kommen wird, erklärte die Gfk. Dieser Optimismus werde auch von den Experten geteilt. So würde beispielsweise der Sachverständigenrat in seinem kürzlich veröffentlichten Jahresgutachten davon ausgehen, dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes nach mäßigen 0,4 Prozent in diesem Jahr auf 1,6 Prozent im nächsten Jahr beschleunigen wird. Dafür würde die sich abzeichnende internationale konjunkturelle Belebung, vor allem in einigen Schwellenländern wie China, sprechen. Dies dürfte der momentan schwächelnden deutschen Exportwirtschaft, aber auch den Investitionen zugutekommen.

Stark verbessert haben sich die Einkommenserwartungen. Nachdem diese in den vergangenen drei Monaten rückläufig waren, sind sie im November sprunghaft um 12,5 auf nun 45,2 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit März 2001. Auch hier würde man von den verbesserten Konjunkturaussichten profitieren. Die sich abzeichnende Belebung der deutschen Wirtschaft würde einen weiteren moderaten Anstieg der Beschäftigung gewährleisten. Dadurch könnten auch die Einkommen der Beschäftigten entsprechende Zuwachsraten verzeichnen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit über der zu erwartenden Inflationsrate liegen dürften. Die privaten Haushalte könnten also mit realen Einkommenszuwächsen rechnen.

Die schon länger auf einem sehr hohen Niveau liegende Anschaffungsneigung konnte nochmals um 1,3 auf nun 45,7 Punkte steigen. Auch hier wurde damit einen neues Mehrjahres-Hoch erreicht. Zuletzt war im Dezember 2006 mit 59,9 Punkten ein höherer Wert ermittelt worden. Zu dem erneuten Anstieg dürfte die jüngste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank auf das neue Rekordtief von 0,25 Prozent beigetragen haben. Die Sparneigung sei dadurch auf ein neues historisches Tief gefallen. „Die Verbraucher sehen die Alternative zum konsumieren – das Sparen – offenbar als immer weniger attraktiv an. Folglich sind sie eher geneigt, ihre finanziellen Mittel in den Konsum zu stecken. „Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sei das sicherlich eine gute Nachricht“, teilt die Gfk mit. Laut einer von den Konsumforschern separat erhobenen und gleichzeitig veröffentlichten Umfrage zum anstehenden Weihnachtsgeschäft, könne der Handel in diesem Jahr auf Umsätze von 15,2 Milliarden Euro hoffen, was ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellen würde.

Für die Gfk-Konsumklimastudie werden monatlich rund 2000 Verbraucher nach ihrer Einschätzung für die kommenden zwölf Monate zur Entwicklung der Konjunktur, des Einkommens, sowie ihrer Konsum- und Anschaffungsneigung befragt. Aus diesen Teil-Indikatoren wird das Konsumklima ermittelt. Die Studie wird bereits seit 1980 erhoben.

Charttechnische Auswertung von EUR/USD:

Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar ausgehend vom Jahreshoch bei 1,3832 von Ende Oktober deutlich bis zu einem Tief bei 1,3294 am 7. November ab. Damit wurde auch die Trendlinie des vorhergehenden Aufwärtstrends ausgehend vom 10. Juli bei 1,2761deutlich gebrochen. Danach konnte sich die Gemeinschaftswährung sukzessive erholen. Am heutigen Mittwoch lag das Tageshoch bereits wieder bei 1,3612. Damit wurde, wie schon mehrfach in den vergangenen Tagen, die Aufwärtstrendlinie erneut kurzfristig nach oben überschritten. Der Euro fiel aber anschließend jeweils schnell wieder zurück und kann sich bisher nicht mehr im Aufwärtstrend festsetzen. Auch aktuell liegt der Kurs mit rund 1,357 wieder leicht unter der Trendlinie (Stand Mittwoch, 27.11.2013, ca. 22:00 Uhr). Obwohl sich das Chartbild durch die kontinuierliche langsame Erholung deutlich aufgehellt hat, bleibt die Situation für den Euro solange kritisch, bis sich das Paar wieder fest im vorhergehenden Aufwärtstrend bewegt. Daher würden erst ein Tagesschluss oberhalb der Trendlinie und ein Anstieg möglichst über 1,365 anschließend auch für einen Test des Jahreshochs bei 1,3832 sprechen. Danach wäre dann die derzeit ungefähr bei 1,394 liegende langfristige Abwärtstrendlinie ausgehend von 1,6039 (Juli-Hoch 2008) in Reichweite. Wichtig für Euro-Bullen ist, dass der Kurs nicht mehr unter 1,34 fällt. Andernfalls müsste nämlich von einer weiteren Abwärtsbewegung bis 1,3294; der derzeit bei 1,3221 befindlichen 200-Tageslinie und anschließend 1,31 ausgegangen werden. Darunter findet sich bei ungefähr 1,305 mit der langfristigen Aufwärtstrendlinie ausgehend vom 2012-Tief bei 1,204 starke Unterstützung.

Tageschart EUR/USD (Stand Mittwoch, 27.11.13, ca. 22:15 Uhr):
EURUSD

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