EUR/USD: Deutsches Konsumklima stagniert auf hohem Niveau

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Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland bestätigt auch im Mai ihre überaus gute Verfassung. Das geht aus dem am Montag von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) veröffentlichten Konsumklima hervor. Der Indikator prognostiziert für Juni bereits den vierten Monat in Folge 8,5 Punkte. Im Einzelnen konnten die Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung zulegen, während die Einkommenserwartung ausgehend von sehr hohem Niveau rückläufig war.

Die Konjunkturerwartungen konnten dabei erstmals nach drei Monaten Stagnation wieder deutlich steigen und verbesserten sich um 6,4 Punkte auf 38,5 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Juli 2011 und auch der Trend zeige wieder nach oben, teilt die GfK mit. Die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt wo die Zahl der registrierten Arbeitslosen unter 3 Millionen gefallen ist, habe den Optimismus hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung verstärkt.

Auch die Anschaffungsneigung, welche im Vormonat etwas rückläufig war, konnte wieder moderat um 0,9 Punkte zulegen. Mit 49,5 Punkten liegt der Indikator damit weiterhin auf einem überaus hohen Niveau und 12 Punkte über dem Wert vor einem Jahr. Stabile Beschäftigungsaussichten sowie damit einhergehende Einkommen in Verbindung mit einer sehr moderaten Inflation seien laut GfK „die perfekten inländischen Rahmenbedingungen für eine hohe Konsumneigung“.

Rückläufig mit einem Minus von 4,5 Punkten war dagegen der Indikator für die Einkommenserwartung, wodurch ein Großteil der Gewinne aus dem Vormonat wieder eingebüßt wurden. Allerdings ist auch dies ein überaus hohes Niveau und immer noch fast 14 Punkte über dem Wert des Vorjahres. Im April war der Indikator auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Die Bundesbürger würden weiterhin äußerst optimistisch auf ihre weitere finanzielle Entwicklung sehen, schreibt die GfK. Auch dafür sei wiederum der stabile Arbeitsmarkt verantwortlich, welcher Spielraum für Lohn- und Gehaltserhöhungen lasse. Inzwischen könne man fest davon ausgehen, dass die tariflichen Einkommen in diesem Jahr um etwa drei Prozent steigen werden. Angesichts der niedrigen Inflation stehe den Verbrauchern dadurch auch real spürbar mehr Geld zur Verfügung.

Insgesamt sieht die GfK durch die stabile Entwicklung auf hohem Niveau ihre Prognose bestätigt, wonach der private Konsum in diesem Jahr um rund 1,5 Prozent zulegen wird. Risiken gebe es durch das internationale Umfeld. Bisher seien negative Folgen durch die Krise in der Ukraine zwar nicht zu erkennen. Sollten sich aber beispielsweise aufgrund verschärfter Sanktionen gegenüber Russland die Energiepreise spürbar erhöhen, würde dies auch das Konsumklima belasten.

Für die Gfk-Konsumklimastudie werden monatlich rund 2.000 Verbraucher nach ihrer Einschätzung für die kommenden zwölf Monate zur Entwicklung der Konjunktur, des Einkommens, sowie ihrer Konsum- und Anschaffungsneigung befragt. Aus diesen Teil-Indikatoren wird das Konsumklima ermittelt. Die Studie wird bereits seit 1980 erhoben.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Übergeordnet befindet sich EUR/USD seit Juli 2012 in einem Aufwärtstrend, welcher noch Bestand hat. Ausgehend von 1,204 konnte der Kurs bis zu einem Hoch bei 1,3993 am 8. Mai dieses Jahres steigen. Seitdem ist aber eine deutliche Abwertung zu sehen. Im Tief fiel der Euro am vergangenen Freitag bis 1,3613 und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Auch am heutigen Montag liegt das Paar nur wenig höher. Kurz- und mittelfristig haben sich die Aussichten für die Gemeinschaftswährung dadurch deutlich eingetrübt und es muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung gerechnet werden. Die nächsten wichtigen Unterstützungsbereiche finden sich bei 1,358/1,355 und 1,3475. Danach könnte die sich derzeit bei ungefähr 1,34 befindende langfristige Aufwärtstrendlinie (ausgehend vom genannten Juli-Tief aus dem Jahr 2012) getestet werden. Aufhellen würde sich die Situation erst wieder bei einem Anstieg über die bei 1,3737 liegende 100-Tageslinie und insbesondere oberhalb des Widerstandes bei 1,3774.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 26.5.14, ca. 17.00 Uhr):
EURUSD

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