EUR/USD: Deutsches ifo Geschäftsklima erneut gestiegen

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Das monatlich ermittelte Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im August um 1,3 Punkte auf 107,5 Punkte gestiegen.  Das teilte das Münchener ifo Institut am Dienstag mit. Es handelte sich bereits um den vierten Anstieg in Folge und fiel etwas höher aus, als von Reuters befragte Ökonomen prognostiziert hatten. Diese waren nur von rund 107,0 Punkten ausgegangen. Zudem ist der Wert der höchste seit April 2012. In diesem Jahr war im Februar mit 107,4 Punkten zwar schon mal ein ähnlich hoher Wert erreicht worden. Anschließend war der wichtigste deutsche Konjunkturindikator aber zwei Monate rückläufig, bevor seit Mai wieder ein Anstieg zu beobachten ist.

Die deutschen Unternehmer seien zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch der – wenngleich etwas verhaltene – Optimismus mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung habe zugenommen. „Die deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang höher“, sagte Kai Carstensen, Bereichsleiter Konjunktur und Befragungen beim ifo Institut.

Vor allem im verarbeitenden Gewerbe war ein deutlicher Anstieg auf 11,1 Punkte (Vormonat 7,9 Punkte) zu beobachten. Ein höherer Wert wurde auch in diesem Teilbereich zuletzt im April 2012 erzielt. Sowohl die aktuelle Geschäftslage, als auch die Geschäftsaussichten hätten sich deutlich aufgehellt, teilte das ifo Institut mit. Besonders vom Export erwarte man stärkere Impulse.

Auch im Großhandel zeige man sich sowohl mit der aktuellen Situation, als auch mit der voraussichtlichen weiteren Entwicklung merklich zufriedener. Die Geschäftsaussichten seien dabei sogar erstmals seit April 2012 überhaupt wieder leicht optimistisch.

Im Einzelhandel ist das Geschäftsklima dagegen leicht von 3,0 Punkten auf 2,6 Punkten gesunken. Das sei vor allem auf eine etwas weniger positive Einschätzung der aktuellen Lage zurückzuführen. Die Geschäftserwartungen hätten sich allerdings gleichzeitig aufgehellt.

Im Bauhauptgewerbe bewertet man allerdings sowohl die aktuelle Situation, als auch die Geschäftsaussichten weniger positiv, als noch vor einem Monat. Das ifo Institut betont aber, dass der Index mit nun minus 4,2 Punkten (Vormonat minus 1,5 Punkten) trotzdem weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt liegt.

Dienstleistungsbereich:
Leichter Rückgang nach starkem Anstieg im Vormonat

Das separat ermittelte Geschäftsklima für den Dienstleistungsbereich ist leicht von 18,3 Punkte auf 17,9 Punkte gesunken. Das habe an einer etwas schlechteren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage gelegen, welche aber dennoch weiterhin deutlich positiv sei. Die Erwartungen seien dagegen nochmals optimistischer ausgefallen und man wolle weiterhin neues Personal einstellen. Das Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich war zudem im Vormonat ungewöhnlich stark um 6,6 Punkte angestiegen und liegt auch jetzt nach dem leichten Rückgang immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD
(Stand Dienstag, ca. 18:45 Uhr):

Ausgehend von Notierungen unter 1,28 befindet sich EUR/USD seit dem 10. Juli in einer deutlichen Aufwärtsbewegung, welche das Paar bis zu einem vorläufigen Hoch bei 1,3452 am 20. August geführt hat. Seitdem zeigt der Kurs allerdings nur noch wenig Bewegung und liegt größtenteils zwischen 1,33 und 1,34. Nach oben könnte ein Anstieg über das Tageshoch vom vergangenen Freitag bei 1,341 wieder für mehr Bewegung sorgen. Entscheidend ist aber erst das Hoch der vergangenen Woche bei 1,3452. Darüber wäre der Weg prinzipiell frei für weiter bis 1,352 und längerfristig zum Jahreshoch bei 1,371 steigende Notierungen. Nach unten wäre dagegen ein Fall unter das Tief vom vergangenen Donnerstag bei 1,3295 ein erstes schlechtes Zeichen für Euro-Bullen. Wichtiger ist aber das Tief vom 15. August bei 1,3204. Zwar finden sich auch darunter noch einige Unterstützungsbereiche, insbesondere bei rund 1,316, sowie die 200-Tageslinie bei 1,3135 und die 100-Tageslinie bei 1,3128. Dennoch würde in diesem Fall insgesamt eine weitere Abwertung in Richtung des Jahrestiefs bei 1,2744 wahrscheinlich werden.

Neben dieser charttechnischen Betrachtung, sollte aber nicht unberücksichtigt bleiben, dass EUR/USD derzeit hauptsächlich durch Hinweise oder Indizien zur Frage bewegt wird, ob die amerikanische Notenbank bereits Mitte September ihre Anleihenkäufe reduzieren wird. In der kommenden Woche stehen wichtige amerikanische Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an (unter anderem die monatlichen Arbeitsmarktdaten), wodurch die Wahrscheinlichkeit dafür ab- oder zunehmen könnte. Zudem tagt in der kommenden Woche die Europäische Zentralbank. Und auch die sich derzeit zuspitzende Syrien-Krise dürfte einen gewissen Einfluss auf das Währungspaar haben. Selbst bei Überschreiten der genannten Chartbereiche, ist es daher fraglich ob es tatsächlich schon in dieser Woche zu einer wirklich nachhaltigen Bewegung kommen wird. Zumindest solange es zu den oben genannten Punkten keine wichtigen Neuigkeiten gibt, welche möglicherweise schon im Voraus bekannt werden.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, ca. 18:45 Uhr):
EURUSD

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