EUR/USD: Deutscher ZEW-Index stagniert

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Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland haben sich im Januar auf sehr hohem Niveau seitwärts bewegt. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Der entsprechende Indikator schwächte sich leicht um 0,3 auf 61,7 Punkte ab. Ökonomen hatten dagegen einen weiteren Anstieg auf 64,0 Punkte erwartet. Trotzdem liegt der Index damit deutlich über dem langfristigen Mittelwert von 24,4 Punkten und die Umfrageteilnehmer bleiben sehr optimistisch. Die aktuelle konjunkturelle Lage für Deutschland wird dabei bereits jetzt deutlich besser bewertet, als noch im Dezember. Dieser Indikator stieg um 8,8 auf 41,2 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2012.

„Seit Monaten erwarten die Finanzmarktexperten einen Aufschwung. Die deutlich verbesserte Lageeinschätzung scheint das nun zu bestätigen“, kommentierte ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest das Ergebnis.

Die konjunkturelle Situation im Euroraum insgesamt wird dagegen mit minus 48,2 Punkten weiterhin als sehr schlecht angesehen. Aber auch hier glauben die Finanzmarktexperten fest an eine Erholung in den kommenden Monaten. Der Indikator für die Konjunkturerwartungen für die Eurozone legte nämlich erneut um 5,0 auf nun sehr hohe 73,3 Punkte zu. Im Einzelnen prognostiziert mit 2,0 Prozent der Umfrageteilnehmer kaum noch jemand eine weitere Verschlechterung. 22,7 Prozent bleiben zwar prinzipiell dennoch pessimistisch, da sie eine unverändert schlechte Eurozonen-Konjunktur in den kommenden sechs Monaten erwarten. Die große Mehrheit von 75,3 Prozent der Umfrageteilnehmer geht aber davon aus, dass sich die Lage im Euroraum verbessern wird.

Auch für die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA zeigen sich die Experten ähnlich optimistisch. Für Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien geht dagegen eine knappe Mehrheit von einer ungefähr gleichbleibenden konjunkturellen Lage aus. Allerdings ist auch hier die Anzahl derjenigen, welche eine anziehende Konjunktur prognostizieren sehr hoch.

Die Aktienmärkte werden nach Ansicht der meisten Finanzmarktexperten in den kommenden Monaten weiter zulegen können. Für den deutschen DAX prognostizieren dies beispielsweise 53,4 Prozent der Umfrageteilnehmer. Für den Dow Jones sind es 52,7 Prozent und für den japanischen Nikkei 225 sind es 49,3 Prozent. Mit 17,0 Prozent beim DAX, 15,9 Prozent beim Dow Jones und 16,3 Prozent beim Nikkei sind die Pessimisten deutlich in der Minderheit. Der Rest geht von einer Seitwärtsbewegung aus.

Für den Kurs von EUR/USD hat sich die Anzahl derjenigen um 7,5 auf jetzt 63,0 Prozent erhöht, welche von einer Euro-Abwertung in den nächsten sechs Monaten ausgehen. Lediglich 8,1 Prozent der Experten trauen der Gemeinschaftswährung einen weiteren Anstieg gegenüber dem US-Dollar zu. Bei den Wechselkursen des Euros zum Yen, Britischen Pfund und Schweizer Franken prognostizieren die meisten Umfrageteilnehmer dagegen eine Seitwärtsbewegung.

An der Umfrage haben sich 254 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Diese wurden über ihre Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD lag Anfang Juli vergangenen Jahres nur wenig über dem Jahrestief aus April 2013 bei 1,2744. Von dort konnte sich die Gemeinschaftswährung sukzessive erholen und bereits Ende Oktober mit 1,3832 auf ein Jahreshoch steigen. Danach gab es eine deutliche Korrektur  bis knapp unter 1,33 Anfang November. Doch auch davon erholte sich der Euro nochmals in Richtung 1,38. Während dem dünnen Handel zwischen den Jahren gelang am 27. Dezember sogar kurzfristig ein steiler Anstieg bis 1,3892, wodurch die sehr langfristige Abwärtstrendlinie ausgehend von 1,6039 (Juli-Hoch 2008) fast exakt erreicht wurde. Seitdem ist recht wenig Bewegung zu sehen. Dabei wertet der Euro aber sukzessive ab und die Situation hat sich inzwischen deutlich eingetrübt. Am gestrigen Montag wurde ein Tief bei 1,3506 erreicht und auch aktuell liegt der Kurs nur wenig darüber (Stand Dienstag, 21.1.2014, ca. 14:45 Uhr). Insgesamt sieht es nach einer Fortsetzung der langsamen Abwertung aus. Die nächsten Unterstützungen finden sich bei 1,3488; 1,34 und 1,3294. Spätestens darunter müsste auch von einem Test der ungefähr bei 1,315 liegenden sehr langfristigen Aufwärtstrendlinie (ausgehend von Juli 2012) ausgegangen werden. Aufhellen würde sich die Situation erst wieder über 1,365. Wobei selbst dann noch die Hürde bei 1,37/1,3716 überwunden werden muss, damit eine Fortsetzung des Aufwärtstrends von Ende vergangenen Jahres tatsächlich wieder wahrscheinlich ist. Nur in diesem Fall dürfte anschließend wieder ein Anstieg über das Oktober-Hoch bei 1,3832 und bis zur genannten langfristigen Abwärtstrendlinie gelingen, welche inzwischen bei rund 1,388 liegt.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 21.1.14, ca. 14:45 Uhr):
EURUSD

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