EUR/USD: Deutscher ifo-Index sinkt leicht

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Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland hat im Dezember auf hohem Niveau leicht um 0,3 auf 108,7 Punkte nachgegeben. Ökonomen hatten im Vorfeld eigentlich einen leichten Anstieg auf 109,2 Punkte erwartet. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage haben sich etwas verschlechtert, während der Optimismus für die kommenden Monate unverändert geblieben ist. Die Indexwerte für Klima, Lage und Erwartungen liegen jedoch insgesamt um etwa drei Punkte höher als im November. „Ein besseres Ergebnis hätte man sich zu Weihnachten kaum wünschen können“, sagte der Präsident des ifo Instituts, Hans Werner Sinn.

Am stärksten abgekühlt hat sich das Geschäftsklima im Großhandel. Der Index fiel hier von 15,1 auf nur noch 11,8 Punkte. Sowohl die aktuelle Lage als auch der Ausblick auf die kommenden Monate haben sich verschlechtert. Auch im Einzelhandel gab der Index um 0,9 auf jetzt 7,3 Punkte nach. „Vermutlich wegen des warmen Wetters waren die Einzelhändler etwas weniger zufrieden mit ihrer Lage als noch im November“, teilte das ifo Institut mit. Jedoch haben sich die Erwartungen nach einem starken Rückgang im November wieder etwas aufgehellt.

Im Bauhauptgewerbe konnte der Rekordwert des Vormonats nicht gehalten werden. Der Index fiel allerdings nur leicht um 0,6 auf jetzt 1,8 Punkte. Zurückzuführen ist dies auf die etwas weniger optimistischen Erwartungen für die kommenden Monate. Die aktuelle Geschäftslage wird von den Baufirmen dagegen nochmals zufriedener beurteilt. Die Branche profitiert laut ifo vom guten Wetter.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex das dritte Mal in Folge angestiegen, allerdings nur leicht um 0,2 Punkte auf jetzt 12,3 Punkte. Grund für den Anstieg sind die deutlich verbesserten Erwartungen der Industriefirmen. Die Urteile zur aktuellen Lage wurden dagegen etwas nach unten korrigiert. Trotzdem haben die Unternehmen ihre Produktionspläne erhöht.

Der separat ermittelte Geschäftsklimaindikator für den Dienstleistungsbereich hat, anders als der normale Index, im Dezember mit einem leichten Anstieg um 0,1 auf jetzt 33,7 Punkten erneut einen historischen Höchststand erreicht. Die Dienstleister waren auf hohem Niveau abermals merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Die allerdings sehr optimistischen Erwartungen des Vormonats wurden dagegen leicht zurückgenommen. Die Bereitschaft, neues Personal einzustellen, stieg auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Beim ifo Geschäftsklima handelt es sich um einen monatlich erhobenen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Diese können die geschäftliche Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und die Aussichten mit „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Für das separat ermittelte Geschäftsklima im Dienstleistungsbereich werden darüber hinaus rund 2.500 Unternehmen befragt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD zeigt sich recht volatil in der letzten Zeit. Nachdem die Gemeinschaftswährung Anfang Dezember noch bis 1,0521 gesunken war und somit nicht mehr weit vom Jahrestief aus März bei 1,0461 entfernt lag, sorgte zunächst die EZB für einen deutlichen Anstieg bis 1,106 am Dienstag dieser Woche. Die Zinsanhebung und der gegebene Ausblick der amerikanischen Federal Reserve hat nun aber für eine erneute Abwertung gesorgt. Am Donnerstag lag das Tief bei genau 1,08. Kurzfristig ist dies eine wichtige Marke. Denn nur leicht darunter, bei 1,0793, liegt auch das Zwischentief vom 7. Dezember. Ein nachhaltiger Fall unter diesem Wert würde für eine deutliche weitere Abwertung in Richtung des Jahrestiefs sprechen. Wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr, aber dann doch Anfang Januar, könnte das März-Tief in diesem Fall getestet werden. Darunter liegt das nächste wichtige Ziel dann bei 1,02 und der Parität (= Kursverhältnis von 1:1). Da die Entscheidung der amerikanischen Notenbank insgesamt aber durchaus im Rahmen der Erwartungen lag, sollte aus jetziger Sicht auch eine erneute Stabilisierung des Euros nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere eine Rückkehr über 1,10 wäre sehr positiv zu bewerten. Wichtig ist aber der Widerstand im Bereich 1,108/1,11. Darüber wäre der Weg frei für eine deutliche Erholung bis 1,15 und 1,17.

Tageschart EUR/USD (Stand Donnerstag, 18.12.2015, ca. 23:30 Uhr):
EURUSD

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