EUR/USD: Deutsche ZEW-Erwartungen fallen leicht

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Die Erwartungen der deutschen Finanzmarktexperten für die weitere Entwicklung der deutschen Konjunktur haben sich im Juli bereits den vierten Monat in Folge eingetrübt. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich ermittelte Indikator sank gegenüber dem Vormonat allerdings nur minimal um 1,8 Punkte auf einen Stand von 29,7 Punkten. Ökonomen hatten im Vorfeld im Konsens einen noch geringeren Rückgang um 0,9 Punkte prognostiziert. Im März lag der Index noch bei 54,8 Punkten. Trotz der Abwärts-Tendenz bedeuten Werte über null Optimismus und die ZEW-Konjunkturerwartungen bleiben auch über ihrem langfristigen Mittelwert von 24,9 Punkten.

„Weder die Schwierigkeiten mit der griechischen Staatsschuldenkrise noch die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten scheinen die Experten stark zu beeindrucken. Trotz des leichten Rückgangs des Indikators bleibt der Konjunkturausblick für Deutschland im Großen und Ganzen positiv“, kommentierte ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest das Ergebnis.

Die Bewertung der aktuellen Lage in Deutschland stieg leicht um 1,0 Punkte auf jetzt 63,9 Punkte. 65,3 Prozent der Experten bezeichnet die aktuelle Situation als „gut“ und lediglich 1,4 Prozent als „schlecht“.

Die Erwartungen für die weitere Entwicklung der Konjunktur in der Eurozone haben sich dagegen deutlich um 11,0 Punkte verringert. Trotzdem bleibt man auch hier mit einem Stand von 42,7 Punkten optimistisch. Lediglich 8,6 Prozent der Finanzmarktexperten befürchten eine Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten. Die aktuelle Lage wird für die Eurozone dagegen weiterhin negativ betrachtet, nähert sich aber mit einem erneuten Anstieg um 7,2 auf jetzt minus 14,4 Punkte immer mehr dem neutralen Null-Wert an.

Sehr Optimistisch zeigt man sich für die Aktienmärkte. Für den STOXX 50 prognostizieren 67,3 Prozent, für den DAX ebenfalls 67,3 Prozent und für den Dow Jones 58,3 Prozent steigende Kurse in den kommenden sechs Monaten. Auch beim japanischen Nikkei überwiegt die Anzahl der Optimisten mit 51,1 Prozent die Anzahl der Experten, welche eine Seitwärtsbewegung erwarten (42,3 Prozent). Die Anzahl von Pessimisten, welche sinkende Kurse prognostizieren, ist bei allen abgefragten Märkten mit deutlich unter zehn Prozent äußerst gering.

Pessimistisch sieht man dagegen die weitere Wertentwicklung des Euros. Gegenüber allen abgefragten Währungen erwarten nur eine Minderheit zwischen 10 und 20 Prozent einen steigenden Euro-Kurs. Gegenüber dem Yen mit 62,3 Prozent, dem Britischen Pfund mit 53,3 Prozent und dem Schweizer Franken mit 66,2 Prozent gehen die meisten von einer Seitwärtsbewegung aus. Bei EUR/USD prognostizieren sogar 56,2 Prozent sinkende Notierungen in den kommenden sechs Monaten, während 27,8 Prozent eine Seitwärtsbewegung erwarten.

An der Umfrage haben sich 223 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Diese wurden über ihre Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CAD:

Ausgehend von Kursen bei fast 1,40 wertete EUR/USD seit Mai 2014 deutlich ab und erreichte am 13. März dieses Jahres ein Tief bei 1,0461, was der tiefste Stand seit Januar 2003 war. Anschließend stabilisierte sich das Paar deutlich um rund 1.000 Pips bis zu einem Hoch bei 1,1466 am 15. Mai. Zwar kam es dann noch einmal zu einer Abwertung bis 1,0817 Ende Mai. Doch der Kurs konnte sich ein weiteres Mal erholen. Seit der Eskalation in der griechischen Schuldenkrise und der Diskussion über einen „Grexit“ ist übergeordnet keine klare Richtung mehr auszumachen. Auch die Einigung am Wochenende, welche für viele Experten noch nicht in trockenen Tüchern ist, hat diese Situation bisher nicht geändert. Wichtig sind die folgenden Chartbereiche: Ein Anstieg über das genannte Hoch bei 1,1466 und anschließend über 1,1533 würde den Weg frei machen für einen weiter bis 1,1679; 1,18 und 1,20 steigenden Kurs. Fällt der Euro dagegen unter das Mai-Tief bei 1,0817 müsste von einer Fortsetzung der langfristigen Abwärtsbewegung mit Zielen beim Jahrestief bei 1,0461, sowie anschließend 1,02, der Parität (=Kursverhältnis von 1:1) und 0,965 ausgegangen werden. Zwischen den genannten Bereichen ist EUR/USD mittelfristig neutral zu bewerten. Zu beachten ist neben der Charttechnik die weiteren Entwicklung in Griechenland, sowie die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, welche zu größeren Bewegungen und durchaus auch einem Richtungsentscheid führen kann.

Tageschart EUR/USD:
EURUSD

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