EUR/USD: Deutsche Verbraucherpreise sinken auf 38-Monatstief

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Die deutsche Verbraucherpreisinflation ist im Oktober mit im Jahresvergleich 1,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit August 2010 gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit und bestätigte dabei ihre bereits am 30. Oktober veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Im September lag die Jahres-Teuerung noch bei 1,4 Prozent.

Für die sinkende Inflationsrate ist vor allem die Preisentwicklung bei Mineralölprodukten verantwortlich, welche gegenüber Oktober 2012 um 7,0 Prozent rückläufig war. Auch der mit minus 10,4 Prozent noch deutlichere Rückgang bei Heizöl, sowie die um 5,8 Prozent gesunkenen Preise für Kraftstoffe, haben die Gesamtteuerung gedämpft. „Ohne Berücksichtigung der Mineralölpreise hätte die Teuerung im Oktober 2013 bei plus 1,7 Prozent gelegen“, berechnet Destatis.

Die Entwicklung war aber nicht in allen Bereichen rückläufig. Während sich Energie um 0,5 Prozent verbilligte, ist vor allem Strom mit plus 11,5 Prozent erheblich teurer, als vor einem Jahr. Auch die Entwicklung bei Nahrungsmitteln mit plus 4,2 Prozent lag deutlich über dem Durchschnitt. Insbesondere Butter sticht mit einem Preisanstieg um 28 Prozent gegenüber Oktober 2012 hervor. H-Milch folgt mit 19,9 Prozent, Speisefette und Speiseöle mit 14,0 Prozent, Quark mit 13,4 Prozent, Eier mit 8,5 Prozent und Joghurt mit 6,6 Prozent. Deutlich teurer waren auch Fleisch und Fleischwaren mit 3,9 Prozent. Obst mit plus 4,2 Prozent und Gemüse mit plus 2,5 Prozent liegen zwar ebenfalls über der durchschnittlichen Teuerung, der Preisauftrieb hat sich hier aber gegenüber den letzten Monaten verringert.

Die Preise für Waren und Dienstleistungen stiegen im Jahresvergleich um 1,2 Prozent. Besonders stark war der Preisauftrieb bei Zeitungen und Zeitschriften mit 5,1 Prozent und Tabakwaren mit 4,1 Prozent. Günstiger wurden dagegen neben der Energie auch Kaffee mit minus 3,8 Prozent, Geräte der Unterhaltungselektronik mit minus 4,9 Prozent und Informationsverarbeitungsgeräte mit minus 9,0 Prozent.

Im Dienstleistungsbereich stiegen die Netto-Kaltmieten gegenüber Oktober 2012 um 1,3 Prozent. Nach Berechnungen der Statistikbehörden müssen Privathaushalte dafür durchschnittlich rund ein Fünftel ihrer Konsumausgaben aufwenden. Verbundfahrkarten stiegen um 3,7 Prozent, Friseurleistungen um 4,0 Prozent und Glücksspiele gar um 21,3 Prozent. Günstiger wurden dagegen Dienstleistungen im Bildungsbereich (minus 1,1 Prozent), Telekommunikationsdienstleistungen (minus 1,6 Prozent) und insbesondere ambulante Gesundheitsdienstleistungen (minus 12,2 Prozent).

Die insgesamt sinkende deutsche Inflationsrate steht im Einklang mit den meisten anderen europäischen Ländern. So lag die Inflation im Oktober in Italien beispielsweise auf dem niedrigsten Stand seit 4 Jahren und auch in der Eurozone insgesamt sank die Verbraucherpreisinflation nach vorläufigen Zahlen von zuvor 1,4 Prozent auf nur noch 0,7 Prozent im Oktober. Die Europäische Zentralbank begründete ihre kürzlich auf das Rekordtief von 0,25 Prozent vorgenommen Zinssenkung vor allem mit der niedrigen und deutlich unter der Zielmarke von 2 Prozent liegenden Inflation.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Der Euro befindet sich seit Ende Oktober gegenüber dem US-Dollar ausgehend vom Jahreshoch bei 1,3832 in einer deutlichen Abwärtsbewegung. In der vergangenen Woche fiel das Paar im Tief bis 1,3294 und hat dadurch auch die die Trendlinie des ehemaligen Aufwärtstrends ausgehend vom 10. Juli bei 1,2761deutlich gebrochen. Inzwischen hat sich der Euro zwar wieder etwas stabilisiert, was aber nichts an der inzwischen bearishen Chartlage ändert. Sollte EUR/USD nun wieder nach unten drehen und unter das Tief der vergangenen Woche bei 1,3294 fallen, würden sich die nächsten wichtigen Unterstützungen bei der derzeit ungefähr bei 1,3215 liegenden 200-Tageslinie und dem September-Tief bei 1,3102 finden. Darunter kommt dann die langfristige Aufwärtstrendlinie ausgehend vom 2012-Tief in Reichweite, welche derzeit leicht oberhalb von 1,30 verläuft. Dagegen würden erst bei einem Anstieg über 1,355 (und somit einer Rückkehr in den bisherigen Aufwärtstrend), doch wieder längerfristig steigende Kurse wahrscheinlich werden.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 12.11.13, ca. 18:00 Uhr):
EURUSD

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