EUR/USD: Deutsche Importpreise sinken deutlich

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Die deutschen Importpreise waren im März überraschend deutlich rückläufig. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) lagen diese 3,3 Prozent niedriger, als im März 2013. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang um nur 2,8 Prozent gerechnet. Gegenüber Februar 2014 wurde ein Minus von 0,6 Prozent ermittelt. Schon im Februar und Januar waren die Importpreise mit Jahresraten von minus 2,7 und minus 2,3 Prozent deutlich rückläufig gewesen.

Laut der Statistikbehörde hätte insbesondere die Entwicklung der Einfuhrpreise von Energie einen deutlichen Einfluss auf die Gesamtentwicklung gehabt. Diese verbilligten sich auf Monatssicht um 2,4 und auf Jahressicht um 8,5 Prozent.

Noch stärker rückläufig waren die Importpreise für Nicht-Eisen-Metallerze, welche auf Jahressicht um 17,9 Prozent sanken. Für Getreide wurde ein Preisrückgang um 12,6 Prozent und für Metalle um 9,0 Prozent festgestellt. Auch die Preise für Eisenerze fielen im Monatsvergleich erstmals seit August 2013 wieder. Im Jahresvergleich gegenüber März 2013 lag der Rückgang sogar bei deutlichen 11,0 Prozent. Einen Preisanstieg gab es auf Jahressicht lediglich bei Milch- und Milcherzeugnissen mit plus 11,1 Prozent und bei Rohkaffee mit 7,4 Prozent.

Auch die Export-Firmen haben ihre Preise im März erneut gesenkt, was bereits der zwölfte Rückgang in Folge war. Die Ausfuhrpreise lagen im Jahresvergleich um 1,0 Prozent und im Monatsvergleich 0,2 Prozent niedriger. Im Februar hatte die Jahresveränderung minus 0,7 Prozent und im Januar minus 0,8 Prozent betragen.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

EUR/USD befindet sich langfristig betrachtet bereits seit Juli 2012, ausgehend von 1,204, in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Am 13. März wurde ein Hoch bei 1,3966 erreicht, was der höchste Stand seit Oktober 2011 war. Danach korrigierte die Gemeinschaftswährung bis 1,3670, konnte sich aber Anfang April nochmals bis 1,3905 erholen. Seitdem ist das Paar sehr unentschlossen und zeigt kaum Bewegung. Zwar festigt sich der Euro nach einem erneuten Zwischentief bei 1,3782 am 22. April aktuell wieder und konnte am heutigen Montag in der Spitze bis 1,388 steigen (Stand Montag, 28.4.2014, ca. 16:45 Uhr).Nachhaltige Impulse sind dadurch aber bisher nicht entstanden und die weitere Entwicklung ist unklar. Entscheidend nach oben ist das genannte Hoch bei 1,3905. Bei einem Anstieg darüber würden wieder das Jahreshoch und möglicherweise auch Ziele bei 1,40 und 1,424 in Reichweite kommen. Anderseits würde sich die Situation bereits unter 1,3782/1,3777 merklich eintrüben. Sollte der Kurs anschließend auch unter 1,367/1,364 rutschen, könnte der Euro sogar bis zur derzeit ungefähr bei 1,3589 liegenden 200-Tageslinie und der Unterstützung bei 1,3475 abwerten.

Einen wichtigen und möglicherweise sogar entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung könnte die erste Schätzung zum Anstieg der Verbraucherpreise in der Eurozone im April haben, welche die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch um 11:00 Uhr veröffentlicht. Im März war die Teuerung mit nur 0,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 3 Jahren gefallen. Man rechnet nun mit einem Anstieg um mindestens 0,8 Prozent. Sollte der Wert tiefer liegen, würde die Wahrscheinlichkeit für geldpolitische Maßnahmen durch die EZB bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche enorm ansteigen. Daher sind bereits bei der jetzigen Veröffentlichung erhebliche Bewegungen im Euro möglich.

Tageschart EUR/USD (Stand Montag, 28.4.14, ca. 16:45 Uhr):
EURUSD

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