EUR/USD: Arbeitslosenquote stagniert in Europa

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Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag in der Europäischen Union und im Euroraum im Mai 2015 unverändert gegenüber dem Vormonat bei 9,6 bzw. 11,1 Prozent. Dies teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat am heutigen Dienstag mit. Trotz der Stagnation im Monatsvergleich ist dies die geringste Arbeitslosigkeit in der Eurozone seit März 2012 und in der EU seit Juli 2011. Ein Jahr zuvor, im Mai 2014, verzeichnete die Eurozone noch eine Arbeitslosenquote von 11,6 Prozent und die EU von 10,3 Prozent.

Insgesamt waren 23,348 Millionen Menschen in der EU arbeitslos, davon 17,726 Millionen im Euroraum. Im Monatsvergleich fiel die Zahl der Arbeitslosen in der EU um 38.000 und im Euroraum um 35.000. Im Jahresvergleich gab es eine Verringerung um 1,575 Millionen in der EU, davon 939.000 im Euroraum.

Die niedrigste Quote hat weiterhin Deutschland mit 4,7 Prozent. Danach folgen Großbritannien mit 5,4 Prozent und Malta mit 5,6 Prozent. Österreich liegt mit 6,0 Prozent auf dem sechsten Platz. Die höchste Arbeitslosigkeit hat Griechenland mit 25,6 Prozent, Spanien mit 22,5 Prozent und Zypern mit 16,0 Prozent.

Auf Jahressicht war die Arbeitslosenquote in 22 Mitgliedsstaaten rückläufig, während fünf Staaten einen Anstieg verzeichneten. In Zypern blieb der Wert unverändert. Die stärksten Rückgänge gab es in Litauen (von 11,0% auf 8,2%), Spanien (von 24,7% auf 22,5%) und Irland (11,7% auf 9,8%). Die Anstiege verzeichneten Belgien (+0,2%), Frankreich (+0,2%), Rumänien (+0,3%), Österreich (+0,4%) und Finnland (+0,8%).

Deutlich höher bleibt die Jugendarbeitslosigkeit. In der Europäischen Union waren im Mai 4,707 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, was einer Quote von 20,6 Prozent entspricht. 3,136 Millionen Personen davon kommen aus dem Euroraum, womit die Quote im Währungsraum bei 22,1 Prozent liegt. Gegenüber dem Vorjahr fiel die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren um 450.000 in der Europäischen Union und um 300.000 in der Eurozone.

Die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit hat Deutschland mit 7,1 Prozent, Dänemark mit 10,0 Prozent und Österreich mit 10,1 Prozent. Dramatisch bleibt die Situation in Griechenland mit 49,7 Prozent, Spanien mit 49,3 Prozent, Kroatien mit 43,6 Prozent und Italien mit 41,5 Prozent.

Charttechnische Betrachtung von EUR/USD:

Ausgehend von Kursen bei fast 1,40 wertete EUR/USD seit Mai 2014 deutlich ab und erreichte am 13. März dieses Jahres ein Tief bei 1,0461, was der tiefste Stand seit Januar 2003 war. Anschließend stabilisierte sich das Paar deutlich um rund 1.000 Pips bis zu einem Hoch bei 1,1466 am 15. Mai. Zwar kam es dann noch einmal zu einer Abwertung bis 1,0817 Ende Mai. Doch der Kurs konnte sich ein weiteres Mal erholen. Im Moment belastet die griechische Schuldenkrise und ein möglicher „Grexit“ die Entwicklung. Zwar wertet die Gemeinschaftswährung nicht ab. Aber eine klare Richtung ist auch nicht auszumachen, sondern das Paar zeigt sich äußerst unentschlossen. Nach dem am Wochenende erfolgten Abbruch der Verhandlungen mit der Eurogruppe öffnete EUR/USD in der Nacht zu Montag mit einem Gap (Kurslücke) von über 200 Pips bei rund 1,095. Im Tagesverlauf konnte sich der Kurs aber komplett erholen und liegt aktuell sogar wieder höher, als am Freitagabend zu Handelsschluss (Stand Dienstag, 30.6.2015, ca. 21:30 Uhr). Entscheidend sind die folgenden Chartbereiche: Ein Anstieg über das genannte Hoch bei 1,1466 und anschließend über 1,1533 würde den Weg frei machen für einen weiter bis 1,1679; 1,18 und 1,20 steigenden Euro. Fällt der Kurs dagegen unter das Eröffnungstief dieser Woche bei 1,095 würde dies auch für einen Test des Mai-Tiefs bei 1,0817 sprechen. Darunter müsste dann von einer Fortsetzung der langfristigen Abwärtsbewegung mit Zielen beim Jahrestief bei 1,0461, sowie anschließend 1,02, der Parität (=Kursverhältnis von 1:1) und 0,965 ausgegangen werden. Zwischen den genannten Bereichen ist EUR/USD mittelfristig neutral zu bewerten.

Tageschart EUR/USD (Stand Dienstag, 30.6.2015, ca. 21:30 Uhr):
EURAUD

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