Eurozone: Verbraucherpreise steigen nur leicht

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Der Anstieg der Verbraucherpreise im Euroraum bleibt gering. Nachdem die Teuerung im März mit aufs Jahr gerechneten nur 0,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren gefallen war, dürften die Preise nun im April mit 0,7 Prozent zwar etwas stärker zugelegt haben. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am heutigen Mittwoch in einer ersten Schätzung mit. Trotzdem bleibt die Inflation damit weiterhin deutlich von dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent entfernt. Zudem lag der Wert unter den Erwartungen. Ökonomen waren überwiegend von einem Anstieg um 0,8 Prozent ausgegangen.

Dass die Teuerung nicht noch niedriger ausgefallen ist, liegt an den Dienstleistungen, welche sich aufs Jahr gerechnet im Schnitt um 1,6 Prozent verteuert haben. Bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak mit 0,7 Prozent, sowie Industriegütern ohne Energie mit nur 0,1 Prozent blieb der Preisanstieg dagegen gering. Deutlich rückläufig mit einem Minus von 1,2 Prozent war die Energie. Auch die so genannte Kernteuerungsrate, bei welcher die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak nicht berücksichtigt werden, blieb mit einem Anstieg um 0,9 Prozent niedrig. Dieser Wert gilt bei vielen Ökonomen als aussagekräftiger, da er weniger volatil ist.

Auch in den meisten anderen Ländern der Eurozone war die Inflation im April wieder etwas höher, als im Vormonat. In Spanien betrug der Anstieg beispielsweise plus 0,3 Prozent, nachdem das Land im März erstmals seit Oktober 2009 mit minus 0,2 Prozent in die Deflation gerutscht war.

Obwohl die Inflation für den Euroraum insgesamt unter den Erwartungen geblieben ist, lag die Rate in allen Bereichen höher oder zumindest ähnlich wie im März. Die meisten Experten gehen daher davon aus, dass der Tiefpunkt bereits vor einem Monat erreicht wurde. Die EZB wird die niedrige Preisentwicklung dennoch weiterhin mit Sorge beobachten. Die Wahrscheinlichkeit für geldpolitische Maßnahmen bei der Notenbank-Sitzung am Donnerstag der kommenden Woche ist durch den April-Wert allerdings nicht gestiegen. Gerade aber weil die EZB-Entscheidung angesichts der Situation nur mit einem hohen Unsicherheitsfaktor prognostiziert werden können, werden Anleger mit großer Spannung auf das Ergebnis warten. Im Anschluss sind deutliche Marktbewegungen wahrscheinlich.

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