Eurokrise wieder im Mittelpunkt

Die erfolgreiche Spanien-Auktion kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Eurokrise wieder voll zurück ist. Nachdem das Eingreifen der EZB seit vergangenem Jahr die Situation entspannte und selbst das politische Patt in Italien keine neue Eskalation bewirkt hatte, sorgt nun wieder einmal die Politik dafür, dass die Krise neu hochkocht. Dass die Eurozonen-Finanzminister am Wochenende beschlossen haben, die Einlagen der Banken-Kunden anzurühren, untergräbt nicht nur die doch eigentlich gültige Einlagensicherung bis 100.000 Euro, sondern kommt angesichts der Situation in Europa einem Tanz auf der Rasierklinge gleich. Noch am Donnerstag hatte Zyperns Ministerpräsident beruhigt, dass das Geld der Bankkunden sicher sei. Inzwischen weiß man es besser. Die Ereignisse überschlagen sich derzeit. Entgegen den ursprünglichen Planungen sollen aktuell kleine Anleger mit Guthaben unter 20.000 Euro doch nicht belastet werden. Bei höheren Beträgen soll es bei den schon vorher genannten 6,75 Prozent und ab 100.000 Euro bei 9,9 Prozent bleiben. Dadurch würde eine Finanzierungslücke über rund 300 Millionen Euro entstehen. Wie diese geschlossen werden soll, ist unklar. Genauso unklar ist allerdings, ob diese Frage überhaupt geklärt werden muss. Denn die Zustimmung des zyprischen Parlaments ist auch zu den geänderten Bedingungen sehr zweifelhaft. Die Regierungskoalition verfügt nur über eine Stimme Mehrheit im Parlament. Die Abstimmung soll am heutigen Dienstag ab 17:00 Uhr MEZ stattfinden. Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass diese abermals verschoben wird.

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