EUR/CHF: Schweizerische Nationalbank bekräftigt erneut den Mindestkurs

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 19. Juni den Leitzins unverändert in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Zudem wird der Mindestkurs von EUR/CHF bei 1,20 bekräftigt. Bei einem Leitzins nahe null bleibe der Mindestkurs „das angemessene Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen zu verhindern, falls der Aufwertungsdruck auf den Franken wieder zunehmend sollte“. Man werde den Mindestkurs weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen und sei bereit, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu kaufen oder bei Bedarf auch weitere Maßnahmen zu ergreifen.

SNB-Vorsitzender Thomas Jordan betonte, dass der exportgewichtete reale Außenwert des Franken nach wie vor deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt liegen würde und sich seit der Einführung des Mindestkurses nur unwesentlich verändert habe. Damit bleibe der Franken hoch bewertet. Gegenüber dem Euro sei die reale Anpassung des Frankens aufgrund der geringen Inflationsdifferenzen über die letzten Quartale praktisch zum Stillstand gekommen. „Der Mindestkurs bleibt in diesem Umfeld zentral, um angemessene monetäre Rahmenbedingungen zu garantieren.“

Die Inflationsprognose wurde für das laufende Jahr gegenüber der letzten Prognose aus März leicht von 0,0 auf 0,1 Prozent angehoben, da auch die Teuerung im Mai etwas höher als erwartet ausgefallen sei. Mitte 2015 würde die Inflation jedoch niedriger ausfallen als bisher angenommen. Dafür seien die verhaltenen internationalen Konjunkturaussichten und die unerwartet niedrige Inflation in der Eurozone verantwortlich. Diese Prognose unterstellt, dass der Leitzins auch die nächsten drei Jahre bei null Prozent verharrt und sich der Franken im Prognosezeitraum abschwächt. SNB-Präsident Jordan betont, dass man für die Prognose also eine sehr expansive Geldpolitik annimmt und dennoch für die Schweiz auf absehbare Zeit keine Inflationsrisiken erkennbar seien.

In der Schweiz hätte die Konjunktur im ersten Quartal erwartungsgemäß leicht angezogen, nachdem sich diese im Vorquartal eher schwach entwickelt habe. Die Produktionskapazitäten seien jedoch weiterhin nicht ausgelastet. Die SNB rechnet für die kommenden Quartale mit einer Fortsetzung der moderaten Erholung und bleibt bei ihrer Prognose einer Wachstumsrate von rund zwei Prozent im aktuellen Jahr. Allerdings seien die Abwärtsrisiken erheblich. So würde eine schwächere Entwicklung der Weltwirtschaft auch das Wachstum in der Schweiz beeinträchtigen. Die globale Erholung könne durch die gegenwärtigen geopolitischen Konflikte, den Konsolidierungsdruck auf die öffentlichen Finanzen in der Eurozone sowie Strukturprobleme in verschiedenen Ländern stärker als erwartet gedämpft werden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CHF:

EUR/CHF erreichte Anfang Januar fast 1,24, wertete von dort dann aber kontinuierlich bis zu einem Tief bei 1,2099 am 3. März ab. Danach konnte sich der Kurs wieder etwas stabilisieren und der Euro bewegte sich in einer engen Seitwärtsrange zwischen rund 1,215 und 1,225. Nach der jetzigen Notenbank-Veröffentlichung (siehe oben) wertet der Franken aktuell auf, wodurch EUR/CHF wieder zum unteren Rand der genannten Range gefallen ist (Stand Donnerstag, 19.6.2014, ca. 17:00 Uhr). Unterhalb von 1,215 findet sich bei 1,2137 und 1,2117 nochmals Unterstützung. Darunter könnte es auch zu einer deutlicheren Abwertung bis rund 1,205 kommen. Jede größere Abwertung bleibt aber letztendlich durch die Mindestgrenze bei 1,20 begrenzt, für deren Aufhebung es weiterhin keinerlei Anzeichen gibt. Somit ist jede Annäherung an diesen Bereich auch ein möglicher Einstiegskurs für eine Long-Position. Eine längerfristige deutliche Aufwertung bis 1,24; 1,26 oder gar in Richtung 1,30 ist allerdings nicht zu erwarten, bevor der Kurs nicht nachhaltig über 1,225/1,226 zurückgekehrt ist.

Tageschart EUR/CHF (Stand Donnerstag, 19.6.14, ca. 17:00 Uhr):
EURCHF

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