EUR/CAD: BoC senkt Wachstumsprognose

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Die Bank of Canada (BoC) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch den Leitzins unverändert auf dem bereits seit September 2010 gültigen Wert von 1,0 Prozent belassen. Experten hatten die Entscheidung so erwartet. Gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für die kanadische Wirtschaft gesenkt. Gegenüber 1,8 Prozent bei der letzten Schätzung, geht man nun nur noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,6 Prozent im laufenden Jahr aus. Im kommenden Jahr soll der Anstieg dann 2,3 Prozent und in 2015 2,6 Prozent betragen. Bisher hatte man für 2014 und 2015 2,7 Prozent erwartet. Das Vor-Krisenniveau soll erst Ende 2015 erreicht werden, während man vorher noch von Mitte 2015 ausgegangen ist.

Die unsicheren globalen und nationalen wirtschaftlichen Bedingungen hätten den erwarteten Anstieg der Exporte und Unternehmens-Investitionen verzögert, weswegen das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität niedriger ausfalle, als man erwartet habe. Die Weltwirtschaft würde im aktuellen Jahr zwar moderat expandieren, allerdings habe sich die kurzfristige Dynamik verändert und falle etwas ungünstiger aus. So sei beispielsweise die Entwicklung der US-Wirtschaft, als wichtigster kanadischer Handelspartner, schwächer, als bisher gedacht. Die BoC geht aber davon aus, dass die geldpolitischen Maßnahmen der US-Notenbank und ein Ende des Haushaltsstreits dafür sorgen werden, dass sich auch das US-Wachstum in 2014 und 2015 beschleunigen wird. Der beginnende Aufschwung in Europa und sei zwar noch bescheiden, habe aber dennoch positiv überrascht. Auch die Konjunktur in China zeige neue Dynamik. Dagegen habe sich aber das Wachstum in einer Reihe von anderen Schwellenländern verlangsamt und die dortigen Finanzierungsbedingungen hätten sich verschlechtert. Insgesamt prognostiziert die BoC ein Wachstum der Weltwirtschaft um 2,8 Prozent im aktuellen Jahr, 3,4 Prozent in 2014 und 3,6 Prozent im Jahr 2015.

Die Inflation sei in den vergangenen Monaten in Kanada sehr niedrig gewesen. Dies führt die Notenbank auf die schwache Konjunktur, einen verschärften Wettbewerb im Einzelhandel und andere branchenspezifische Faktoren zurück. Die Teuerung soll zwar langsam wieder anziehen, wobei der Zielwert aber der neuesten Prognose erst Ende 2015 erreicht werden dürfte. Die Abwärtsrisiken für diese Schätzung würden zunehmen, da die Inflation dauerhaft unter dem Ziel liege.

Angesichts der aktuellen Entwicklung gehen die meisten Experten davon aus, dass die Notenbank erst 2015 den Leitzins anheben wird. Die nächste geldpolitische Sitzung findet am 4. Dezember statt. Die nächsten Prognosen zur Entwicklung der Konjunktur und Inflation werden allerdings erst zum 22. Januar 2014 erstellt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CAD:

Im Jahr 2008 lag EUR/CAD zeitweise bei 1,75. In der Finanz- und Eurokrise verlor der Euro dann kontinuierlich bis zu einem Tief bei nur noch 1,2122 im August 2012. Von dort drehte der Euro wieder in einen stabilen Aufwärtstrend. Am 23. August wurde dabei ein Zwischenhoch bei 1,4127 erreicht. Nach einer anschließenden Korrektur bis 1,3641 am 6. September, setzte das Paar den Aufwärtstrend fort. In dieser Woche gelang ein Anstieg über das genannte August-Hoch, wodurch ein neues Kaufsignal entstanden ist. Im Anschluss verstärkte sich die Aufwärtsbewegung nochmals und erreichte am heutigen Mittwoch ein Hoch bei 1,4329 (Stand Mittwoch, 30.10.2013, ca. 18:30 Uhr). Damit liegt EUR/CAD inzwischen auf dem höchsten Stand seit Juni 2011. Insgesamt ist das Chartbild stark bullish und spricht grundsätzlich für weiter steigende Notierungen. Dennoch sollten Euro-Bullen vorsichtig sein. Der Bereich unterhalb von 1,44 ist ein starkes Widerstandsgebiet. Dort befinden sich mehrere markante Hochs aus den Jahren 2010 und 2011. Zudem ist der Chart bereits überkauft. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass es unterhalb von 1,44 zu einer erneuten Korrektur kommen wird. Das würde das insgesamt bullishe Bild aber nicht verändern. Unterhalb von 1,3937 müsste von einer ausgeprägteren Korrektur ausgegangen werden. Aber sogar erst unter dem genannten September-Tief bei 1,3641 und insbesondere für den Fall einer nachhaltigen Unterschreitung der Aufwärtstrendlinie, welche aktuell leicht über 1,36 liegt, müsste auch langfristig wieder mit einem fallenden Euro gerechnet werden. Steigt EUR/CAD dagegen auf Tagesschlussbasis nachhaltig über 1,44, wäre der Weg frei bis 1,50; 1,52 und längerfristig möglicherweise 1,60.

Tageschart EUR/CAD (Stand Mittwoch, 23.10.13, ca. 18:30 Uhr):
EURCAD

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