EUR/CAD: BoC lässt Leitzins unverändert

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Die Bank of Canada (BoC) hat bei ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch den Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent belassen. Ökonomen hatten die Entscheidung so erwartet. Zur Begründung hieß es, dass die globale Wirtschaft zwar erwartungsgemäß weiterhin wachsen würde, sich die Dynamik aber etwas abgekühlt habe. In den USA hätten zusammen mit der stärkeren privaten Binnennachfrage auch die langfristigen Zinsen begonnen sich zu normalisieren. Aber auch dort würden die jüngsten Daten auf etwas weniger Wachstums-Dynamik hindeuten. In Europa gebe es erste Anzeichen einer Erholung, während die Situation in Japan „vielversprechend“ sei. Obwohl die Wirtschaftsentwicklung in China weiterhin solide sei, habe die Unsicherheit für die Wachstumsaussichten einer Reihe von Schwellenländern zugenommen.

Die kanadische Wirtschaft würde sich trotz einiger Unsicherheiten im Einklang mit der letzten Prognose aus Juli entwickeln. Die Nachfrage bei den Exporten liege zwar etwas unter den Erwartungen. Dafür wachse aber die Wohnungswirtschaft stärker. Die Inflation bleibe niedrig, dürfte sich aber langsam wieder auf den Zielwert von 2 Prozent zu bewegen.

Bei diesem Hintergrund bleibe die derzeitige stimulierende Geldpolitik angemessen. Im Laufe der Zeit könne aber mit der Normalisierung der wirtschaftlichen Bedingungen und im Einklang mit dem Inflationsziel auch eine schrittweise Normalisierung der Leitzinsen erwartet werden.

Die nächste Notenbank-Sitzung wird am 23. Oktober stattfinden und dürfte mehr Klarheit für die Geldpolitik der kommenden Monate bringen, da dann auch neue Prognosen zur Entwicklung von Wirtschaft und Inflation erstellt werden.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CAD:

Im Jahr 2008 lag EUR/CAD zeitweise bei 1,75. In der Finanz- und Eurokrise verlor der Euro dann aber kontinuierlich bis zu einem Tief bei nur noch 1,2122 im August vergangenen Jahres. Von dort drehte der Euro wieder nach oben und befindet sich inzwischen in einem stabilen Aufwärtstrend. Am 23. August wurde mit einem vorläufigen Hoch bei 1,4127 der höchste Stand seit fast 2 Jahrenerreicht. Allerdings ist das Gebiet zwischen rund 1,41 und leicht unterhalb von 1,44 auch ein stärkerer Widerstandsbereich, da sich dort mehrere markante Hochs aus den Jahren 2010 und 2011 befinden. Es war daher keine Überraschung, dass der Kurs anschließend nach unten korrigierte. Am heutigen Mittwoch wurde dabei ein Tief bei 1,379 erreicht (Stand ca. 18:15 Uhr). Möglicherweise wird sich diese Korrektur noch etwas fortsetzen. Die nächste wichtige Unterstützung findet sich bei 1,3657 (Tagestief vom 15. August). Erst darunter würde sich die Situation für den Euro etwas eintrüben. Aber selbst dann würde der übergeordnete Aufwärtstrend noch gültig bleiben, solange die derzeit bei ungefähr 1,344 liegende Aufwärtstrendlinie nicht nachhaltig unterschritten wird. Aus jetziger Sicht ist daher auch davon auszugehen, dass der Euro bald wieder nach oben dreht. Bereits eine Rückkehr über 1,40 würde für einen weiteren Anstieg auf ein neues Mehrjahreshoch sprechen. In absehbarer Zeit sollte dann auch das genannte Widerstandsgebiet durchbrochen werden und der Kurs nachhaltig über 1,44 steigen. Danach wäre der Weg frei bis 1,50; 1,52 und längerfristig möglicherweise 1,60.

Tageschart EUR/CAD (Stand Mittwoch, ca. 18:15 Uhr):
EURCAD

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