EUR/CAD: BoC lässt Leitzins bei 1,0 Prozent

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Die Bank of Canada (BoC) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch den Leitzins unverändert auf dem bereits seit September 2010 gültigen Wert von 1,0 Prozent belassen. Begründet wurde die Entscheidung unter anderem mit der niedrigen Inflation, welche sich weiterhin unterhalb des Zielwertes von zwei Prozent bewegen würde. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Auswirkungen des verschärften Wettbewerbs im Einzelhandel. Zudem würde die Teuerung durch niedrige Benzinpreise gedrückt. In der letzten Notenbank-Prognose aus Oktober war man davon ausgegangen, dass der Zielwert erst wieder im Jahr 2015 erreicht wird.

Die Weltwirtschaft würde in „bescheidenem“ Rahmen wachsen. In einigen Schwellenländern habe sich das Wachstum verlangsamt. Dafür habe die Konjunktur in den USA im dritten Quartal 2013 aber über den Erwartungen gelegen. Obwohl dies teilweise auf temporäre Faktoren zurückzuführen sei, geht man davon aus, dass das dortige Wirtschaftswachstum an Schwung zunehmen wird. Die USA sind der wichtigste kanadischer Handelspartner.

Auch die kanadische Konjunktur wachse weitgehend im Einklang mit den letzten Projektionen aus Oktober. Zwar habe das reale BIP-Wachstum mit 2,7 Prozent im dritten Quartal über den Erwartungen gelegen. Die Zusammensetzung zeige aber noch nicht die gewünschte Gewichtung auf Exporte und Investitionen. So seien die Investitionsausgaben von Unternehmen immer noch auf einem niedrigen Niveau und würden sich sogar langsamer erholen, als prognostiziert. Insgesamt sieht die BoC daher auch keinen Grund für eine Änderung ihrer Ansicht, dass man erst zum Ende des Jahres 2015 zur vollen Produktionskapazität zurückkehren wird. Insgesamt haben sich die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung nicht wesentlich verändert. Lediglich bezüglich der Inflation hätten die Abwärtsrisiken nochmals zugenommen. Unter Würdigung dieser Gesamtumstände sei man zu der Entscheidung gekommen, dass die erheblich stimulierende Geldpolitik weiterhin angemessen ist und hat den Leitzins daher auf 1,0 Prozent belassen.

Die nächste Notenbanksitzung wird am 22. Januar 2014 stattfinden. Dann werden gleichzeitig auch neue Prognosen für die weitere Entwicklung der Konjunktur und Inflation, einschließlich bestehender Risiken, veröffentlicht. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die Notenbank erst 2015 den Leitzins anheben wird.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CAD:

Im Jahr 2008 lag EUR/CAD zeitweise bei 1,75. In der Finanz- und Eurokrise verlor der Euro dann kontinuierlich bis zu einem Tief bei nur noch 1,2122 im August 2012. Seitdem hat sich das Paar aber deutlich erholt und befindet sich in einem stabilen Aufwärtstrend. Nach einem vorläufigen Hoch bei 1,444 am 25. Oktober gab es eine Zwischenkorrektur bis 1,3881. Ausgehend von dort hat der Euro seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen, bereits vergangene Woche ein neues Jahreshoch erreicht und ist bis zum heutigen Mittwoch auf ein Hoch bei 1,4549 gestiegen (Stand Mittwoch, 4.12.2013, ca. 19:00 Uhr). Das ist der höchste Stand seit Februar 2010. Da der Kurs allerdings bereits überkauft ist, könnte es bald zu einer begrenzten Korrektur kommen. Wenn nicht direkt, dann aber zumindest mittelfristig, spricht insgesamt aber alles für einen weiter steigenden Euro. Das nächste wichtige Ziel befindet sich im Bereich 1,52. Eintrüben würde sich die Situation erst wieder unter 1,401. Entscheidend ist sogar erst die derzeit ungefähr bei 1,377 liegende Aufwärtstrendlinie (ausgehend vom 2012-Tief bei 1,2122). Erst darunter wäre das Chartbild auch übergeordnet nicht mehr bullish zu werten und längerfristig steigende Kurse wären zunächst kein Thema mehr. Die nächsten Ziele würden sich dann bei 1,34; 1,306 und 1,295 befinden.

Tageschart EUR/CAD (Stand Mittwoch, 4.12.13, ca. 19:00 Uhr):
EURCAD

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