EUR/CAD: BoC lässt Leitzins bei 1,0 Prozent

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Die Bank of Canada (BoC) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch den Leitzins unverändert auf dem bereits seit September 2010 gültigen Wert von 1,0 Prozent belassen. Ökonomen hatten die Entscheidung so erwartet. Genauso wie schon bei den vorangegangenen Sitzungen, wurde auch diesmal die Entscheidung im begleitenden Statement insbesondere mit der niedrigen Inflation begründet. Die BoC geht davon aus, dass die Kerninflation im laufenden Jahr deutlich unter dem Zielwert von 2,0 Prozent bleibt. Die Gründe dafür würden insbesondere in der Konjunkturflaute und einem erhöhten Wettbewerb im Einzelhandel liegen. Diese Auswirkungen dürften noch bis Anfang 2016 andauern, auch wenn steigende Energiepreise und die Abwertung des kanadischen Dollars einen Aufwärtsdruck erzeugen und die Inflation vorübergehend näher an das 2-Prozent-Ziel schieben sollten.

Die wirtschaftliche Erholung in den USA, dem wichtigsten Handelspartner Kanadas, scheine sich „auf dem richtigen Weg“ zu befinden. Die dort zuletzt etwas schlechteren Daten seien auf das ungewöhnlich kalte Wetter zurückzuführen. In Europa wachse die Wirtschaft bescheiden, wenn auch die Inflation zu niedrig sei. Risiken bestünden wegen der Krise in der Ukraine, welche die aufkeimende Erholung untergraben könne. Auch für China und andere Schwellenländer sei ein solides Wachstum zu erwarten. Insgesamt prognostiziert die BoC ein globales Wachstum von 3,3 Prozent im laufenden Jahr, welches in 2015 und 2016 auf 3,7 Prozent steigen soll.

Für Kanada prognostiziert die Notenbank weiterhin ein durchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um ungefähr 2,5 Prozent im Jahr 2014 und 2015. Der Export dürfte dabei vom stärkeren Wachstum im Ausland und der Abwertung des kanadischen Dollars profitieren.

Aufgrund der weiterhin niedrigen Inflation und erhöhter Risiken durch Haushaltsungleichgewichte ist man zu der Entscheidung gekommen, dass der aktuelle geldpolitische Kurs weiterhin angemessen sei. Der Zeitpunkt und die Richtung der nächsten Änderung des Leitzinses werden von der weiteren Entwicklung bestimmt. Die nächste geldpolitische Sitzung wird am 4. Juni stattfinden. Aktualisierte Prognosen zur weiteren Entwicklung der Konjunktur und Inflation werden aber erst bei der übernächsten Sitzung am 16. Juli veröffentlicht. Die meisten Experten gehen davon aus, dass der Leitzins noch längere Zeit auf dem aktuellen Niveau bleibt.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CAD:

Im Jahr 2008 lag EUR/CAD zeitweise bei 1,75. In der Finanz- und Eurokrise verlor der Euro dann kontinuierlich bis zu einem Tief bei nur noch 1,2122 im August 2012. Von dort drehte die Gemeinschaftswährung wieder nach oben und befindet sich inzwischen schon mehr als 1,5 Jahre in einem stabilen Aufwärtstrend. Mitte März wurde ein Hoch bei 1,5586 erreicht, was der höchste Stand seit Dezember 2009 war. Danach hat der Kurs bis Anfang April zwar deutlich bis leicht unter 1,50 abgewertet, was aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur als Korrektur im Aufwärtstrend bewertet werden kann. Aktuell hat sich der Euro bereits wieder bis rund 1,52 erholt. Wichtig für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends ist nun, dass in der nächsten Zeit ein nachhaltiger Anstieg über 1,53 gelingt. Dies würde für einen anschließenden Test des Bereiches 1,5586/1,56 sprechen. Darüber wären die nächsten wichtigen Ziele dann bei 1,60 und 1,62 zu finden. Deutlich eintrüben würde sich die längerfristige Situation nur unterhalb von 1,50 und insbesondere unterhalb von 1,4894. In diesem Fall könnte über die Unterstützungen bei 1,48; 1,47 und 1,44 sogar ein Test der derzeit ungefähr bei 1,423 liegenden Aufwärtstrendlinie (ausgehend vom 2012-Tief bei 1,2122) drohen.

Tageschart EUR/CAD (Stand Mittwoch, 16.4.14, ca. 17:30 Uhr):
EURCAD

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