EUR/CAD: Bank of Canada lässt Leitzins unverändert

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Die Bank of Canada (BoC) hat bei ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch den Leitzins unverändert auf dem seit September 2010 gültigen Wert von 1,0 Prozent belassen und auch sonst keine Änderung an der Geldpolitik vorgenommen.

Gleichzeitig korrigierte die Notenbank ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft leicht nach unten. In allen Regionen, mit Ausnahme Japans, wird nun gegenüber der letzten Schätzung aus April ein etwas schwächeres Wachstum erwartet. Für den wichtigsten Handelspartner des Landes, die USA, geht man von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um nur noch 1,7 Prozent im aktuellen Jahr aus, was 0,3 Prozent weniger sind, als bisher angenommen. Auch für China senkte man den Ausblick um 0,3 Prozent auf jetzt 7,4 Prozent. Die Eurozone soll mit einem Minus von 0,8 Prozent noch etwas stärker in der Rezession stecken, als bisher befürchtet. Nur für Japan ist man aufgrund der expansiven Geldpolitik zuversichtlich und erwartet einen BIP-Anstieg um 1,9 Prozent, gegenüber bisher prognostizierten 1,4 Prozent.

Das Wachstum der Weltwirtschaft bleibe „bescheiden“, kommentierte man im begleitenden Statement das Sitzungsergebnis. Allerdings würde die wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Volkswirtschafen sehr unterschiedlich ausfallen. In den USA dürfte sich der wirtschaftliche Aufschwung in moderatem Tempo fortsetzen, wobei die fortgesetze Stärkung der privaten Nachfrage die Auswirkungen der Haushaltskonsolidierung weitgehend ausgleichen. In Japan dürfte die geldpolitische Stimulierung zu einer raschen Erholung der Wirtschaft beitragen. Im Euroraum wird dagegen weiterhin eine schwache Konjunktur erwartet. Das Wachstum in China und den Schwellenländern habe sich abgekühlt, bleibe aber dennoch stärker, als in den anderen Volkswirtschaften.

Für Kanada bleibt man optimistisch und prognostiziert gegenüber der letzten Schätzung kaum verändert ein BIP-Wachstum von 1,8 Prozent für das laufende Jahr. In den Jahren 2014 und 2015 soll der Anstieg dann jeweils 2,7 Prozent betragen. Die aktuelle Geldpolitik würde sich unterstützend auswirken. Die Inflation dürfte dagegen niedrig bleiben und erst im zweiten Quartal 2015 den Zielwert von 2,0 Prozent erreichen. Bis Mitte des kommenden Jahres soll die Teuerung dabei sogar noch etwas niedriger ausfallen, als bisher angenommen.

Unter Berücksichtigung dieser Umstände hält man die gegenwärtige geldpolitische Stimulierung für angemessen. Im Laufe der Zeit könne aber, mit einer Normalisierung der äußeren Bedingungen und im Einklang mit dem Erreichen des Inflationszieles von 2 Prozent, von einer Normalisierung des Leitzinses ausgegangen werden. Ökonomen prognostizieren allerdings überwiegend, dass dies noch einige Zeit dauern wird und zumindest im aktuellen Jahr eine Straffung der Geldpolitik nicht zu erwarten ist.

Charttechnische Betrachtung von EUR/CAD:

Im Jahr 2008 lag EUR/CAD zeitweise bei 1,75. In der Finanz- und Eurokrise verlor der Euro dann aber kontinuierlich bis zu einem Tief bei nur noch 1,2122 im August vergangenen Jahres. Das dann von der EZB angekündigte OMT-Programm sorgte für eine Beruhigung der Finanzmärkte und damit verbundener kontinuierlicher Euro-Erholung. Nach einem vorläufigen Hoch bei 1,3708 am 1. Februar korrigierte das Paar zwar nochmal bis 1,2949. Seitdem geht es aber wieder nach oben. Am 24. Juni wurde bei 1,3817 ein neues Jahreshoch gebildet, welches gleichzeitig der höchste Stand seit November 2011 war. Danach wertete der Euro nochmal bis 1,3424 ab und liegt aktuell wieder etwas höher bei rund 1,36. Kurzfristig ist die charttechnische Situation neutral zu beurteilen. Daher erscheint sowohl eine Euro-Aufwertung in den nächsten Tagen, als auch eine erneute Abwärtsbewegung in Richtung 1,34 oder 1,33 möglich. Übergeordnet bleibt das Chartbild aber bullish, wodurch längerfristig betrachtet eine Euro-Aufwertung wahrscheinlich ist. Sobald ein nachhaltiger Anstieg über 1,38 gelingt, liegen die nächsten Ziele bei 1,40 und 1,44. Eintrüben würde sich die Situation für den Euro dagegen bei einem Fall unter die derzeit bei ungefähr 1,329 liegende Aufwärtstrendlinie ausgehend vom 2012-Tief bei 1,2122. Und insbesondere unterhalb der Unterstützungen bei 1,306 und 1,2949 müsste von einer nachhaltigen Euro-Abwertung bis 1,26 und rund 1,22 ausgegangen werden.

Tageschart EUR/CAD (Stand Donnerstag, ca. 18:00 Uhr):
EURCAD

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