Bundesbank-Präsident Weidmann: Banken müssen abgewickelt werden können

Teilen!

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Sonntag, dass man Konsequenzen aus der Zypern-Krise ziehen müsste. „Ich glaube, es ist wichtig, aus Zypern die Lehre zu ziehen, dass Banken auch abgewickelt werden können“, sagte er. Zypern sei zwar „sicherlich keine Blaupause“, da der Bankensektor dort ungewöhnlich groß sei und sich auch die Finanzierungsstruktur der Banken grundlegend von deren anderer Länder unterscheide. Trotzdem müsse bei der Stabilisierung des Bankensystems auch diejenigen in die Verantwortung genommen werden, deren Entscheidungen zu den Problemen geführt haben. Das seien zunächst einmal die Eigentümer, „dann die Fremdkapitalgeber, aber erst ganz am Ende der Haftungskette die Einleger, und möglichst nicht der Steuerzahler, sei es der nationale oder der europäische“. Auf europäischer Ebene werde dafür bereits ein „Abwicklungsregime“ entwickelt. Es gehe darum, dass Banken verursachergerecht abgewickelt werden können, ohne eine Gefahr für das Finanzsystem darzustellen. Dadurch würde sich das Risiko für die Einlagen nicht erhöhen. Im Gegenteil müsse das überragende Ziel sein die Banken stabiler zu machen. Dazu gehöre eine bessere Aufsicht, ein höheres Eigenkapital, aber auch die Möglichkeit der Abwicklung. Denn dies führe dann wiederum zu einem risikogerechteren Verhalten.

Kritik an der japanischen Notenbank

Deutliche Kritik übte der Bundesbank-Vorsitzende an den beispiellosen geldpolitischen Lockerungen der japanischen Notenbank. Weidmann sieht dadurch nicht nur die Gefahr eines Abwertungswettlaufs, „welcher am Ende nur Verlierer kennt“. Er glaubt auch nicht, dass die Flutung der Märkte mit frischem Notenbank-Geld die dortigen Probleme lösen werden. Nach seiner Ansicht liegt die Schuld an der Deflation nicht an mangelnder Liquidität. Schuld daran seien die demographische Entwicklung und insbesondere die hohe Staatsverschuldung. Um dies zu ändern müsse die japanische Regierung eine sinnvolle Politik einsetzen.

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Europa, Finanznachrichten abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.