Bank of England: Keine Änderung der Geldpolitik

Die Bank of England (BoE) hat am Donnerstag bei ihrer geldpolitischen Sitzung den Leitzins auf dem bereits seit März 2009 gültigen Rekordtief von 0,5 Prozent belassen und auch das bei 375 Milliarden Pfund liegende Volumen der Anleihenkäufe nicht erhöht. Da diese Summe bereits seit Ende Oktober ausgeschöpft ist, ruht das Anleihenkaufprogramm derzeit. Ökonomen hatten die Entscheidung so erwartet.

Es handelte sich um die letzte Sitzung unter Leitung von Notenbank-Gouverneur Mervyn King, welcher nach rund 20 Jahren am Ende des Monats aus dem Amt scheidet. King hatte zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern des neunköpfigen geldpolitischen Rats seit Anfang des Jahres für eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms auf 400 Milliarden gestimmt, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Ab Juli wird der bisherige Gouverneur der kanadischen Zentralbank, Mark Carney, die Leitung der BoE übernehmen. Obwohl dieser als Vertreter einer eher expansiven Geldpolitik gilt, stufen Experten die Wahrscheinlichkeit für eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms in den kommenden Monaten inzwischen auf nur noch unter 50 Prozent ein. Möglicherweise könnte sich Carney stattdessen nach amerikanischem Vorbild zu einem längeren Zeitraum der Niedrigzins-Politik bekennen.

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