Ausblick auf die wichtigsten Termine der kommenden Woche

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Die kommende Woche beginnt aus terminlicher Sicht recht ruhig. Am Montagvormittag dürfte lediglich eine italienische Anleihenauktion, deren Ergebnis gegen 11:15 Uhr erwartet wird, größere Beachtung finden. Nach den längerfristig kaum tragbar hohen Renditen im Spätsommer 2012, befinden sich diese allerdings schon seit längerem wieder auf akzeptablen Niveaus. Sogar die italienische Regierungskrise vor kurzem oder die Zypern-Problematik hatten zu keinem nennenswerten Anstieg geführt. So ist zu erwarten, dass auch die jetzige Aktion bei zufriedenstellenden Zinsen und hoher Nachfrage erfolgreich abgeschlossen werden kann. Eine weitere italienische Anleihenauktion findet am Dienstag statt. An diesem Tag wird auch Spanien neue Anleihen herausgeben.

Am Dienstag um 11:00 Uhr werden die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für Deutschland und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Dafür wurden rund 300 Analysten und institutionelle Anleger über deren Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt. Das Ergebnis ist die Differenz zwischen positiven und negativen Meinungen. Erwarten zum Beispiel 20 Prozent eine Verbesserung der Lage, 30 Prozent aber eine Verschlechterung, würde der Wert bei minus 10 liegen (20 minus 30). Analysten, welche keine Veränderung der Situation erwarten, werden nicht berücksichtigt. Insgesamt bedeuten negative Zahlen also eine überwiegend pessimistische Einschätzung, während positive Zahlen Optimismus verkünden. Nach zuvor sechs Monaten mit Ergebnissen unter null, liegt der Index seit Dezember wieder im positiven Bereich. Im Januar und Februar schoss der Index sogar bis 31,5 und dann 48,2 Punkte regelrecht nach oben und hatte dabei jeweils alle Erwartungen deutlich übertroffen. Und selbst die Patt-Situation nach den Wahlen in Italien, konnte den Optimismus zunächst nicht bremsen. Auch im März ging es nochmal leicht um 0,3 auf 48,5 Punkte nach oben. Der Wert lag damit auf dem höchsten Stand seit April 2010. Die Zypern-Krise sorgte im April dann aber doch für einen deutlichen Dämpfer. Der Index fiel stärker als prognostiziert auf nur noch 36,3 Punkte. Man ist gespannt, ob sich die Erwartungen nun abermals eingetrübt haben oder sich die Stimmung wieder stabilisiert.

Am Mittwochvormittag schaut man vor allem nach Großbritannien. Zunächst werden um 10:30 Uhr die stark beachteten Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Noch wichtiger ist aber der vierteljährliche Inflationsbericht der Bank of England (BoE), welcher im Rahmen einer Pressekonferenz von Notenbank-Gouverneur Mervyn King ab 11:00 Uhr vorgestellt wird. Dieser beinhaltet die Prognosen der Zentralbank-Ökonomen zur weiteren Entwicklung von Inflation und Konjunktur für die kommenden zwei Jahre. Dies sind maßgebliche Schlüsselfaktoren für die Entscheidungen zur Geldpolitik. Man kann dadurch also auch die Wahrscheinlichkeit für weitere geldpolitische Lockerungen also besser beurteilen. Entsprechende Bewegungen im britischen Pfund könnten anschließend folgen.

Am Donnerstag und Freitag stehen vor allem Konjunkturdaten aus den USA im Mittelpunkt. Zunächst sind dies am Donnerstag um 14:30 Uhr die Baugenehmigungen, die Entwicklung der Verbraucherpreise und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Am Donnerstag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Fed von Philadelphia ihren so genannten Philly Fed Index. Für diesen werden monatlich rund 250 Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmern nach deren Einschätzung zur derzeitigen Situation, sowie den Konjunkturerwartungen befragt. Ein Index über null signalisiert eine positive Stimmung, wodurch man auch auf eine positive Konjunkturentwicklung schließen kann. Nach einer Erholung zum Ende des vergangenen Jahres, rutschte der Index im Januar wieder in den negativen Bereich. Dabei ging es von minus 5,8 Punkte auf minus 12,5 Punkte im Februar sogar weiter nach unten. Im März und April konnte sich der Index mit 2,0 bzw. 1,3 Punkten aber wieder leicht im positiven Bereich stabilisieren.

Am Freitag um 15:55 Uhr veröffentlicht die Universität Michigan ihre erste Schätzung zum Verbrauchervertrauen. Für diesen bereits seit 1978 ermittelten Index werden monatlich ca. 500 Haushalte befragt. Diese geben dabei Auskunft über ihre Einschätzung zur gegenwärtigen Situation und zu den Erwartungen für einen Zeitraum von einem und fünf Jahren. Dies sowohl im Hinblick auf den eigenen Haushalt, als auch insgesamt für das wirtschaftliche Klima. Außerdem werden Angaben über das voraussichtliche Kaufverhalten gemacht. Über den Indikator kann man somit die Entwicklung des Konsumverhaltens prognostizieren. Da dieses rund zwei Drittel des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht, kommt der Veröffentlichung eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Die Einzelaufstellung der Termine finden Sie (mit Erwartungen und Ergebnissen) hier: Wirtschaftstermine

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