Ausblick auf die kommende Handelswoche

Teilen!

Die kommende Woche beginnt aus terminlicher Sicht zunächst relativ ruhig. Größeres Interesse dürfte am Montag lediglich die Anzahl der bestehenden Hausverkäufe in den USA finden, welche um 16:00 Uhr veröffentlicht werden. Der amerikanische Immobilienmarkt hat sich von seinem Tiefpunkt zwar deutlich erholt. Trotzdem ist man noch weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt. Weitere Informationen erhält man am Dienstag, da dann ebenfalls um 16:00 Uhr auch die Zahl der neuen Hausverkäufe bekannt gegeben wird.

Am Dienstag wird das Londoner Markit Institut Schnellschätzungen von Einkaufsmanagerindexen veröffentlichen. Den Anfang macht um 3:45 Uhr der chinesische HSBC Einkaufsmanagerindex. Später folgen die Schätzungen für den französischen (9:00 Uhr), deutschen (9:30 Uhr) und den Eurozonen-Einkaufsmanagerindex (10:00 Uhr). Dabei handelt es sich um wichtige monatlich ermittelte Konjunkturindikatoren, für welche Einkaufsmanager von rund 3.000 Industrieunternehmen nach der Entwicklung von bestimmten Kenngrößen, wie Auftragslage, Einkaufspreisen und Anzahl der Beschäftigten befragt werden. Der neutrale Wert liegt bei 50. Indexwerte darüber signalisieren eine sich verbessernde und Indexwerte darunter eine sich verschlechternde Einschätzung der Geschäftslage. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Die jetzigen Schnellschätzungen werden allerdings nur für Deutschland, Frankreich und die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Diese werden stark beachtet, da es gewöhnlich keine größeren Abweichungen zum Endergebnis mehr gibt. Die Indikatoren hatten sich nach einem hoffnungsvollen Januar im Februar und März doch wieder verschlechtert. Sorge bereitet insbesondere Frankreich, wo sich die Konjunktur immer mehr abkühlt. Man hofft, dass sich nun eine Stabilisierung abzeichnet. Zu beachten ist, dass Abonnenten von Reuters die Ergebnisse der Einkaufsmanagerindexe jeweils 2 Minuten vor dem angegebenen Veröffentlichungs-Termin erhalten. Daher kann schon dann Bewegung in den Märkten entstehen.

Am späten Dienstagabend um 23:00 Uhr wird die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung veröffentlichen. Größere Änderungen am Kurs der Notenbank werden nicht erwartet. Trotzdem wird das begleitende Statement stark beachtet, da über die dort beinhalteten Einschätzungen und Kommentare Hinweise zur wahrscheinlichen weiteren Geldpolitik erlangt werden können.

Nach dem am Dienstag veröffentlichten Einkaufsmanagerindex folgt für Deutschland am Mittwoch um 10:00 Uhr  eine weitere wichtige Veröffentlichung. Dann wird das Münchener ifo Institut seinen monatlich ermittelten Geschäftsklimaindex bekannt geben. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zur Ermittlung werden regelmäßig rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, sowie des Groß- und Einzelhandels nach der derzeitigen Geschäftssituation und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Der Index war im vergangenen Jahr zunächst bis zu einem Tief von 100 Punkten im Oktober gefallen. Danach verbesserte sich das Stimmungsbild wieder kontinuierlich bis zu einem Hoch bei 107,4 Punkten im Februar. Die wieder aufgekommenen Sorgen um die Eurozone haben den Indikator im März dann wieder etwas zurückfallen lassen. Mit 106,7 Punkten wurde aber dennoch ein sehr guter Wert erreicht.

In der Nacht zu Freitag veröffentlicht die Bank of Japan (BoJ) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung. Um 8:00 Uhr unserer Zeit folgt ein Ausblick und ebenfalls am frühen Morgen eine Pressekonferenz mit dem Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda. Bei der letzten Sitzung Anfang April hatte die BoJ umfangreiche geldpolitische Lockerungen beschlossen, welche dazu beitragen sollen, das Land innerhalb von nur zwei Jahren aus der Deflation zu führen. Bei der jetzigen Sitzung sind allerdings weitere Lockerungen eher unwahrscheinlich. Man wird wohl erst einmal abwarten wollen, wie die bisherigen Beschlüsse wirken. Trotzdem werden Investoren ganz genau auf das begleitende Statement und insbesondere die Pressekonferenz achten, um darüber Hinweise zu erlangen, ob oder wann mit weiteren geldpolitischen Schritten zu rechnen ist.

Ebenfalls beachtet werden Anleihen-Auktionen von Spanien am Dienstag um ungefähr 10:45 Uhr, sowie von Italien am Mittwoch und Freitag jeweils gegen 11:15 Uhr. Die schwierige politische Situation in Italien und die durch die Zypern-Krise wieder gestiegenen Sorgen um die Eurozone haben die Renditen für italienische Anleihen bisher nur leicht ansteigen lassen, während für Spanien kein Anstieg zu sehen war. Man hofft dass auch die jetzigen Aktionen erfolgreich bei hoher Nachfrage und akzeptablen Renditen abgeschlossen werden können.

Weitere wichtige Termine sind im Wochenverlauf die amerikanischen Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter am Mittwoch um 14:30 Uhr, die erste Schätzung zur Entwicklung des britischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im ersten Quartal des Jahres, welche am Donnerstag um 10:30 Uhr bekannt gegeben wird, sowie die erste Schätzung zum Bruttoinlandsproduktes der USA am Freitag um 14:30 Uhr. Die BIP-Schätzungen werden stark beachtet, da es gewöhnlich zum Endergebnis nur kleine Änderungen gibt.

Die Einzelaufstellung der Termine finden Sie hier: Termine

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Europa, Finanznachrichten, weltweit abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.