Ausblick auf die kommende Handelswoche

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In der kommenden Woche sind zahlreiche wichtige Termine vorhanden, welche zu einem lebhaften Handel führen könnten. Den Anfang machen am Montag die finalen europäischen Einkaufsmanagerindexe für den Industriebereich. Dabei wird weniger auf die großen Länder Frankreich und Deutschland geachtet. Für diese wurden nämlich bereits Schnellschätzungen veröffentlicht. Spannend sind jetzt die Ergebnisse für die Krisenländer Spanien (9:15 Uhr) und Italien (9:45 Uhr), für welche es vorab keine Zahlen gab. Indexwerte über 50 Punkten deuten dabei auf eine sich verbessernde Situation bei den Unternehmen hin, während sich bei Werten unter 50 Punkten die Lage verschlechtert. Die europäische Umfrage wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland durchgeführt. Die Geschäftstätigkeit dieser Länder entspricht rund 90 Prozent der gesamten Eurozone. Abonnenten von Reuters erhalten die Ergebnisse jeweils schon 2 Minuten vor dem offiziellen Veröffentlichungs-Termin. Somit kann dann schon Bewegung in den Märkten entstehen. Die finalen Einkaufsmanagerindexe für den Dienstleistungsbereich werden zur jeweils gleichen Uhrzeit am Mittwoch veröffentlicht.

Auch für Großbritannien werden am Montag um 10:30 Uhr die Einkaufsmanagerindexe für die Industrie, am Dienstag um 10:30 Uhr für die Bau-Branche und am Mittwoch um 10:30 Uhr für den Dienstleistungsbereich veröffentlicht.

Ein weiterer Einkaufsmanagerindex wird am Montag um 16:00 Uhr vom amerikanischen   Institute for Supply Management (ISM) für die USA veröffentlicht. Für diesen werden monatlich rund 400 Einkaufsmanager über deren Einschätzung zur aktuellen und zukünftigen Lage befragt. Genauso wie bei den europäischen Einkaufsmanagerindexen bedeuten Ergebnisse über 50 Punkten eine sich verbessernde Situation. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich folgt am Mittwoch, ebenfalls um 16:00 Uhr.

Am Montag ab 14:30 Uhr wird zudem der Gouverneur der amerikanischen Notenbank Ben Bernanke in Washington eine Rede halten. Bei öffentlichen Auftritten des Notenbank-Vorsitzenden können grundsätzlich immer Hinweise zur Geldpolitik (oder auch nur bestimmte Formulierungen) erfolgen, welche dann zu größeren Marktbewegungen führen. Dies gilt im Moment noch stärker, da sich Experten weiterhin nicht einig sind, ob bereits bei der kommenden Notenbank-Sitzung am 18. Dezember mit einer Verringerung der Anleihenkäufe zu rechnen ist.

Am frühen Dienstagmorgen um 4:30 Uhr gibt die Reserve Bank of Australia (RBA) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt. Ausgehend von 4,75 Prozent hatte diese seit November 2011 den Leitzins in acht Schritten bis auf 2,5 Prozent gesenkt. Der letzte Zinsschritt um 25 Basispunkte erfolgte im August. Die Notenbank schließt einen weiteren Zinsschritt zwar nicht aus, hat anderseits aber auch nicht angedeutet, dass ein solcher kurzfristig bevorstehen könnte. Entsprechend gehen Experten nicht davon aus, dass es bei der jetzigen Sitzung zu einer Veränderung in der Geldpolitik kommen wird. Doch auch bei unveränderten Rahmenbedingungen wird man das begleitende Statement genau darauf analysieren, ob Erkenntnisse für die Geldpolitik in den kommenden Monaten gewonnen werden können. Sollte dies der Fall sein, sind entsprechende Marktbewegungen zu erwarten.

Am Mittwochnachmittag sind vor allem amerikanische Konjunkturdaten zu beachten. Zunächst wird um 14:30 Uhr die Handelsbilanz bekannt gegeben. Um 16:00 Uhr folgen mit den neuen Hausverkäufen Daten zum wichtigen Immobilienmarkt.

Am Mittwoch um 16:00 Uhr wird die Bank of Canada (BoC) das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Die Notenbank hatte in ihrem letzten Statement mitgeteilt, dass eine Änderung des seit September 2010 gültigen Leitzinses von 1,0 Prozent in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten ist. Im Laufe des kommenden Jahres könnte eine Anhebung dann aber notwendig werden. Obwohl also mit keinen größeren Überraschungen bei der jetzigen Sitzung zu rechnen ist, wird man das die Entscheidung begleitende Statement genau auf Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik analysieren.

Am Donnerstag stehen die Notenbank-Sitzungen der Bank of England (BoE) und der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Die BoE veröffentlicht ihre Entscheidung um 13:00 Uhr. Da es ziemlich sicher ist, dass der Leitzins unverändert bleibt und auch die Anleihenkäufe nicht wieder aufgenommen werden, ist eine größere Überraschung sehr unwahrscheinlich. Auch veröffentlicht die Notenbank gewöhnlich kein begleitendes Statement, welches zu Bewegungen führen könnte. Spannender wird es bei der EZB, deren Sitzungsergebnis um 13:45 Uhr bekannt gegeben wird. Zwar dürfte es auch hier keine Änderung an der Geldpolitik geben. Die Notenbank hatte erst vor einem Monat den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Trotzdem wird insbesondere die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi stark beachtet werden, welche ab 14:30 Uhr beginnt. Dort erhofft man sich neben den aktuellen Einschätzungen der Notenbank-Mitglieder auch Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik. Es gilt nämlich als durchaus möglich, dass es in den kommenden Monaten zu weiteren geldpolitischen Lockerungen kommen wird.

Am Donnerstag um 14:30 Uhr wird in den USA die zweite Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im dritten Quartal bekannt gegeben. Laut der ersten Schätzung ist die amerikanische Wirtschaft um 2,8 Prozent gewachsen. Experten waren nur von 2,0 Prozent ausgegangen.

Ein weiterer Wochen-Höhepunkt folgt mit den amerikanischen Arbeitsmarktdaten aus November am Freitag um 14:30 Uhr. Die Situation auf dem dortigen Arbeitsmarkt hat sich inzwischen zwar deutlich erholt und lag im September und Oktober mit einer Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent auf dem besten Wert seit Januar 2009. Trotzdem ist die Arbeitslosen-Quote für amerikanische Verhältnisse noch hoch und weiterhin oberhalb der 6,5 Prozent-Marke, ab welcher die amerikanische Notenbank frühestens über eine Erhöhung des Leitzinses nachdenken möchte. Erwartet wird, dass sich die Erholung auf dem Arbeitsmarkt nur langsam fortsetzt. Einen Vorgeschmack auf das Ergebnis können schon am Donnerstag um 14:15 Uhr der ADP Arbeitsmarktbericht und um 14:30 Uhr die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geben.  Sollte es hier zu größeren Abweichungen von den Erwartungs-Werten kommen, wäre dies ein Indiz dafür, dass es auch bei den offiziellen Zahlen am Freitag eine Überraschung geben könnte.

Weitere wichtige Termine im Wochenverlauf sind die australischen Baugenehmigungen in der Nacht zu Montag um 1:30 Uhr, die australischen Einzelhandelsumsätze am Dienstag um 1:30 Uhr, das Wachstum des australischen Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal am Mittwoch um 1:30 Uhr, die kanadische Handelsbilanz am Mittwoch um 14:30 Uhr, die australische Handelsbilanz am Donnerstag um 1:30 Uhr, die kanadischen Baugenehmigungen am Donnerstag um 14:30 Uhr, die Entwicklung der schweizerischen Verbraucherpreise am Freitag um 9:15 Uhr, der kanadische Einkaufsmanagerindex der Wirtschaftsschule Ivey am Freitag um 16:00 Uhr, sowie die kanadischen Arbeitsmarktdaten am Freitag um 14:30 Uhr.

 Die Einzelaufstellung aller Termine finden Sie hier: Wirtschaftskalender

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