AUD/USD: RBA-Gouverneur Stevens bezeichnet den „Aussie“ als überbewertet

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Der Gouverneur der australischen Notenbank (RBA) Glenn Stevens bezeichnete während einer Rede in Sidney den Australischen Dollar am späten Montagabend als weiterhin „ungewöhnlich hoch bewertet“. Dieser hatte sich in den vergangenen Wochen gegenüber dem US-Dollar von seinem Jahrestief aus August bei 0,8845 deutlich bis fast 0,98 erholt. Allerdings hatte AUD/USD im April noch bei fast 1,06 gestanden. Die jetzige Äußerung kann als eine kleine verbale Intervention bewertet werden, um dem jüngsten Anstieg der Landeswährung entgegen zu wirken. Ein hochbewerteter AUD schadet der australischen Export-Wirtschaft und ist somit nicht im Sinne der Notenbank. Stevens sagte, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass der Australische Dollar irgendwann in der Zukunft „deutlich tiefer“ stehen werde. Nach seiner Ansicht sollten Anleger dies bedenken.

Charttechnische Betrachtung von AUD/USD:

Der Australische Dollar befand sich von April bis Anfang August in einem steilen Abwärtstrend. Gegenüber dem US-Dollar ging es ausgehend von fast 1,06 bis zu einem 36-Monatstief  bei nur noch 0,8845 am 5. August nach unten. Anschließend gelang in ähnlich schnellem Tempo einer Erholung, welche bis zu einem vorläufigen Hoch bei 0,9757 am 23. Oktober führte. Seitdem korrigiert das Paar nach unten. Dies hat sich nach den Äußerungen von Notenbank-Gouverneur Stevens nochmals verstärkt. Aktuell (Dienstag, 29.10.2013, ca. 17:15 Uhr) liegt der Kurs wieder unter 0,95. Insgesamt ist diese Korrektur nicht überraschend. Abgesehen davon, dass das Chartbild übergeordnet trotz der Erholung der letzten Wochen ohnehin immer noch angeschlagen war, ist auch das Gebiet zwischen 0,98 und der Parität (Kursverhältnis von 1:1) ein wichtiges Widerstandsgebiet. Erst wenn ein Anstieg darüber gelingt, würde auch eine Rückkehr zu den Hochs aus dem Zeitraum Mitte 2012 bis April 2013 bei rund 1,06 wieder wahrscheinlich. Im Moment muss aber genauso damit gerechnet werden, dass die seit Ende August zu sehende Aufwärtsbewegung ihren Hochpunkt bereits hinter sich hat und längerfristig eine Seitwärtsbewegung oder sogar eine erneute Abwertung zum Jahrestief zu sehen ist. Zwar steht bisher die jetzige Korrektur noch nicht einer Fortsetzung des Aufwärtstrends entgegen. Aber schon unter 0,9384 und insbesondere unter 0,9278 würde sich die Situation deutlich eintrüben. Die nächsten Unterstützungen finden sich danach bei 0,9219 und 0,91. Spätestens darunter müsste über eine erneute Abwertung zum Jahrestief bei 0,8845 nachgedacht werden.

Eine wichtige Bedeutung für die weitere Entwicklung von AUD/USD könnte das Ergebnis der morgigen Sitzung der amerikanischen Notenbank haben. Insbesondere das begleitende Statement wird man genau auf Hinweise zum wahrscheinlichen Zeitpunkt einer Reduzierung der Anleihenkäufe analysieren, was sich dann entsprechend auf den amerikanischen Dollar auswirken wird. Die meisten Experten gehen nicht davon aus, dass es noch in diesem Jahr zu einer ersten Straffung der amerikanischen Geldpolitik kommen wird.

Tageschart AUD/USD (Stand Dienstag, 29.10.13, ca. 17:15 Uhr):
AUDUSD

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